Schletti,
Buchantiquar, ist eines Tages, nachdem ein Kunde die "Judenbuche" von
Annette von Droste-Hülshoff verlangt hat, spur los in seinem Bücherregal
verschwunden. Der Reporter recherchiert und wird immer mehr in die Anschauungsweise
von Schlettis Bruder und der Freundin des Antiquars hineingezogen. Sie
scheinen mit Schlettis Verschwinden gerechnet zu haben, zeigen sich davon
nicht betroffen, unternehmen nichts, um die Sache aufzuklären. Jedermensch
hat das Recht, durch die Wände der Bücherregale auszutreten.
Der Reporter spürt, dass er hier auf etwas Unfassbares gestossen
ist, auf etwas, das sich nur oberflächlich und unzureichend erklären
lässt. Er wird der halbtotalen Sicht seiner verbalen Möglichkeiten
bewusst, gibt es auf, eine Reportage zu schreiben. Als er die Geschichte
dieses faszinierenden Schletti-Nihilismus, der an den heiligen und profanen
Werten rüttelt und der nichts als zum vornherein unmöglich betrachtet,
diese Geschichte muss er loswerden. Bei einigen Stangen Bier vis-a-vis
eines unbekannten Mannes. An einem Tisch im Bahnhofbuffet.
"Der Feind
heisst Nihilismus" schrieb die Philosophin Jeanne Hersch in ihren Anti-Thesen
zu den Jugendunruhen 1980. Hier ist er. Hans
Rudolf Hess beweist in grossartiger Weise, wo die "wahre" Philosophie
steckt: in der erweiterten Halbtotalen - der Weiterung.