Sombart, Werner,
Sozialismus und soziale Bewegung. 8. Auflage. 50.-59. Tausend. Jena: Gustav Fischer, 1919. XII, 387 Seiten, Fraktursatz. Pappband (gebunden) mit Farbkopfschnitt. 225 x 152 mm.
* Stark gebräunt, Rückenkanten stellenweise aufgeplatzt, Spuren von entferntem Exlibris auf dem Innendeckel.
Bestell-Nr.161535
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Soziale Bewegungen
Werner Sombarts Werk „Sozialismus und soziale Bewegung“ in der 8. Auflage untersucht die Entstehung des Proletariats als zwangsläufige Folge des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Sombart analysiert darin den Sozialismus nicht nur als Theorie, sondern als Ausdruck des Klassenstrebens, wobei er die verschiedenen Strömungen vom Utopismus bis zum Marxismus systematisiert. Die Editionsgeschichte spiegelt dabei Sombarts eigene ideologische Wandlung wider: Was 1896 als schmale Broschüre mit dem Abdruck von acht Vorträgen begann, wuchs durch ständige Erweiterungen zu einem umfangreichen Standardwerk heran. Während die frühen Ausgaben noch eine gewisse Sympathie für marxistische Analysen zeigten, markiert die vorliegende 8. Auflage von 1919 – erschienen inmitten der revolutionären Nachkriegswirren – bereits den Übergang zu einer deutlich distanzierteren Haltung. Diese Entwicklung gipfelte schliesslich in der radikal umgearbeiteten 10. Auflage von 1924, die unter dem neuen Titel „Der proletarische Sozialismus“ erschien und Sombarts endgültigen Bruch mit dem Marxismus zugunsten national-konservativer Positionen besiegelte. Das Buch gilt heute als Klassiker der frühen Soziologie, der den Wandel von der wissenschaftlichen Analyse zur politischen Zeitkritik in der frühen Weimarer Republik dokumentiert.
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