Ott, Arnold,
Dramatische und episch-lyrische Dichtungen. Bern: Benteli, 1948. 383 Seiten. Leinen mit Farbkopfschnitt und Schutzumschlag. 205 x 138 mm. 491 g
* Dichtungen; 5. - Gesamtausgabe besorgt von Karl Emil Hoffmann. Enthält: Untergang. Ein soziales Drama in fünf Akten; Danton, ein lyrisches Fragment u.a. - Name und Knitterspur auf dem Vorsatzblatt, S. 85-91 braunfleckig, Schutzumschlag mit kleinen Rissen.
Bestell-Nr.161764
Ott |
Schweizer Literatur |
Literatur Deutschschweiz
Arnold Ott wurde am 5. oder 6. Dezember 1840 in Vevey geboren und starb am 30. September 1910 in Luzern. Er war ein Schweizer Arzt und Dichter, tätig als Augen- und Ohrenarzt – zunächst in Neuhausen am Rheinfall, ab 1876 in Luzern – sowie als Lyriker und Dramatiker.
Shakespeare und das Meininger Hoftheater inspirierten Ott ab 1887 zu eigener dramatischer Produktion. Er wandte sich dem damals in Mode gekommenen, auf Laienschauspieler zugeschnittenen historischen Festspiel zu. Ott war wohl einer der erfolgreichsten Schweizer Dramatiker seiner Zeit – viele seiner Werke erlebten noch zu seinen Lebzeiten ihre Premiere.
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K. E. Hoffmann gab 1944–1949 bei Benteli, Bern, eine sechsbändige Gesamtausgabe von Otts Werken heraus. Band V ("Dramatische und episch-lyrische Dichtungen", 1948) ist also der fünfte von sechs Bänden dieser posthumen Werkausgabe.
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Das Stück "Untergang" (
Gedichtet 14. November 1897 bis 4. Februar 1898 in Luzern. Erstmals aufgeführt im Stadttheater in Luzern am 27. Februar 1898 u. a. m. Öftere erfolgreiche Aufführungen im Volkstheater (Pfauentheater) in Zürich
27,, 28., 29., 30. Oktober bis 22. Dezember 1898, und im Imthureum in Schaffhausen am 3. und 6. Februar 1899.
Hier erstmals gedruckt.) von 1898, die naturalistische Verarbeitung von Otts Erlebnissen als Neuhauser Fabrikarzt – ist ein packendes, an Hauptmanns "Weber" erinnerndes soziales Drama, das wie jenes im Deutschen Reich verboten war und seiner „Tendenz" wegen auch in der Schweiz keine Chance hatte.
Als dramatische Dichtung wird sich manches dieser Werke kaum einen Platz innerhalb der Literaturgeschichte erobern – allzu offensichtlich sind Mängel wie fehlende Handlung, Wiederholung tumultuöser Kriegsszenen und epische Verknüpfung der Bilder ohne dramatischen Konflikt. Als eigenständige schweizerische Festspieldichtung aber haben sich einige Werke in verschiedenen Aufführungen die Herzen der Zeitgenossen erobert.