Aragon, Louis,
Les Communistes. Roman. [Paris]: La Bibliothèque Française, 1949. 3 Bände (von 6), 265, 364 und 413 Seiten. Pappbände. Kleinoktav. 179 x 114 mm.
* Dioe ersten 3 Bände umfassen die Zeit vom Februar 1939 - März 1940, die 3 fehlenden März - Juni 1940. - Gebräunt, Einbände lichtrandig, Namen auf den Vorsatzblättern (Bleistift).
Bestell-Nr.161604
Aragon |
Sozialismus |
Kommunismus |
Marxismus |
Frankreich |
Franzoesische Literatur
Louis Aragons Romanzyklus „Les Communistes“ ist ein zentrales Werk seines literarischen Schaffens und zugleich eines der umstrittensten. Der Roman, der zwischen 1948 und 1951 in sechs Bänden erschien und später leicht überarbeitet wurde, bildet den Abschluss des „Monde réel“-Zyklus. Er spielt in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich, genauer gesagt von 1939 bis zur Niederlage 1940, und erzählt aus einer kommunistischen Perspektive von den politischen und sozialen Umbrüchen dieser Epoche.
Aragon, selbst engagierter Kommunist, wollte mit diesem Werk nicht nur eine historische Chronik schaffen, sondern auch eine literarische Hommage an den Widerstand und die Arbeiterbewegung. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen des Bergarbeiterlebens im Norden Frankreichs, die an Zolas „Germinal“ erinnern und die harte Realität der Arbeiterklasse in den Vordergrund stellen. Der Roman ist stark politisch geprägt und wurde von der kommunistischen Presse gefeiert, während er bei anderen Lesern oft auf Ablehnung stieß – viele sahen darin vor allem ein propagandistisches Werk und keinen literarischen Text.
Interessant ist auch die Rolle des Religiösen in „Les Communistes“: Aragon schafft eine Art Hagiographie der Arbeiter und Kommunisten, was die Ambivalenz zwischen politischer Überzeugung und literarischer Gestaltung unterstreicht. Trotz der klaren politischen Haltung bleibt der Roman ein komplexes Werk, das sowohl historische Ereignisse als auch persönliche Schicksale verbindet. Die Rezeption war damals stark von der politischen Polarisierung geprägt, was bis heute die Wahrnehmung des Romans prägt.