[Arx, Heinrich von, 1802-1858]
Die am 1. Aprill in der Schlacht von Luzern gefallenen 500'000. :, [ca. 1850]. Lithographie. 265 x 255 mm. 403 x 295 mm.
* Situation nach dem 2. Freischarenzug: Die liberalen Kantone kaufen ihre Kantonsbürger, die von den Luzernern gefangengenommen worden sind, frei. - Etwas braunrandig, leicht knitterig.
Bestell-Nr.161704
Politische Karikatur |
1800-1849 |
XIX Jahrhundert |
Helvetica |
Schweiz |
Freischarenzug
Diese Karikatur bezieht sich auf die politischen Unruhen in der Schweiz Mitte der 1840er-Jahre, konkret auf das Ende des zweiten Freischarenzugs im Jahr 1845.
Die Zeichnung thematisiert die Folgen der Niederlage der radikal-liberalen Freischärler, die am 1. April 1845 vor Luzern vernichtend geschlagen wurden. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch forderte der Kanton Luzern von den beteiligten Kantonen und den gefangenen Freischärlern enorme Reparationszahlungen und Lösegelder.
Die Kantone: Im Hintergrund sind die Fahnen der Kantone zu sehen, welche die Freischarenzüge unterstützten oder aus denen die Teilnehmer stammten: Bern, Basel-Landschaft, Solothurn und Aargau.
Die "Gefallenen": Der Bildtitel „Die am ersten April in der Schlacht vor Luzern gefallenen 500,000“ ist ein ironisches Wortspiel. Es bezieht sich nicht auf tote Soldaten, sondern auf die 500'000 Gulden (oder Franken, je nach Quelle), die als Kriegskostenentschädigung an Luzern gezahlt werden mussten.
Die Szenerie: Man sieht Vertreter der besiegten liberalen Kantone, die schwer an Geldsäcken schleppen und diese einem luzernischen Beamten (vermutlich eine Darstellung von Siegwart-Müller, dem Führer der Luzerner Konservativen) übergeben.
Diese Karikatur ist ein zeitgenössisches Dokument der tiefen Spaltung der Schweiz vor dem Sonderbundskrieg von 1847.