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Schopenhauer .:. Aphorismen zur Lebensweisheit

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Schopenhauer, Arthur, Aphorismen zur Lebensweisheit. St.Gallen 1945.
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Schopenhauer, Arthur,
Aphorismen zur Lebensweisheit. St.Gallen: Zollikofer, 1945. 260 Seiten mit einer Abbildung als Frontispiz. Leinen mit Farbkopfschnitt und Schutzumschlag.
* Herausgegeben, mit einem Vorwort und Erläuterungen von Michael Landmann.
Bestell-Nr.157860
Schopenhauer | Philosophie | Philosophy

EINLEITUNG
Ich nehme den Begriff der Lebensweisheit hier gänzlich im immanenten Sinne, nämlich in dem der Kunst, das Leben möglichst angenehm und glücklich durchzuführen, die Anleitung zu welcher auch Eudämonologie genannt werden könnte: sie wäre demnach die Anweisung zu einem glücklichen Dasein. Dieses nun wieder ließe sich allenfalls definiren als ein solches, welches, rein objektiv betrachtet, oder vielmehr (da es hier auf ein subjektives Urtheil ankommt) bei kalter und reiflicher Überlegung, dem Nichtsein entschieden vorzuziehn wäre. Aus diesem Begriffe desselben folgt, daß wir daran hingen, seiner selbst wegen, nicht aber bloß aus Furcht vor dem Tode; und hieraus wieder, daß wir es von endloser Dauer sehn möchten. Ob nun das menschliche Leben dem Begriff eines solchen Daseins entspreche, oder auch nur entsprechen könne, ist eine Frage, welche bekanntlich meine Philosophie verneint; während die Eudämonologie die Bejahung derselben voraussetzt. Diese nämlich beruht eben auf dem angeborenen Irrthum, dessen Rüge das 49. Kapitel im 2. Bande meines Hauptwerks eröffnet. Um eine solche dennoch ausarbeiten zu können, habe ich daher gänzlich abgehn müssen von dem höheren, metaphysischethischen Standpunkte, zu welchem meine eigentliche Philosophie hinleitet. Folglich beruht die ganze hier zu gebende Auseinandersetzung gewissermaaßen auf einer Akkommodation, sofern sie nämlich auf dem gewöhnlichen, empirischen Standpunkte bleibt und dessen Irrthum festhält. Demnach kann auch ihr Werth nur ein bedingter sein, da selbst das Wort Eudämonologie nur ein Euphemismus ist. — Ferner macht auch dieselbe keinen Anspruch auf Vollständigkeit; theils weil das Thema unerschöpflich ist; theils weil ich sonst das von Andern bereits Gesagte hätte wiederholen müssen. Als in ähnlicher Absicht, wie gegenwärtige Aphorismen, abgefaßt, ist mir nur das sehr lesenswerthe Buch des Cardanus de utilitate ex adversis capienda erinnerlich, durch welches man also das hier Gegebene vervollständigen kann. Zwar hat auch Aristoteles dem 5. Kapitel des i . Buches seiner Rhetorik eine kurze Eudämonologie eingeflochten : sie ist jedoch sehr nüchtern ausgefallen. Benutzt habe ich diese Vorgänger nicht; da Kompiliren nicht meine Sache ist; und um so weniger, als durch dasselbe die Einheit der Ansicht verloren geht, welche die Seele der Werke dieser Art ist. — Im Allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer das Selbe gesagt, und die Thoren, d. h. die unermeßliche Majorität aller Zeiten, haben immer das Selbe, nämlich das Gegentheil, gethan: und so wird es denn auch ferner bleiben. Darum sagt Voltaire: nous laisserons ce mondeci aussi sot et aussi m&hant que nous l'avons trouve en y arrivant.
INHALT
Vorwort des Herausgebers 7
Einleitung 27
Kapitel I Grundeintheilung 29
Kapitel 11 Von dem, was einer ist . 38
Kapitel 111 Von dem, was einer hat 65
Kapitel IV Von dem, was einer vorstellt 73
Kapitel V Paränesen und Maximen 137
Kapitel VI Vom Unterschiede der Lebensalter 225
Erläuterungen des Herausgebers 251
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