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Schmidt .:. Die verhinderte Neuordnung

152870
Schmidt, Eberhard, Die verhinderte Neuordnung 1945 bis 1952. Zur Auseinandersetzung um die Demokratisierung der Wirtschaft in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt a.M. 1970.
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Schmidt, Eberhard,
Die verhinderte Neuordnung 1945 bis 1952. Zur Auseinandersetzung um die Demokratisierung der Wirtschaft in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt a.M. : Europäische Verlagsanstalt, 1970. 240 Seiten mit Literaturverzeichnis. Kartoniert.
* Theorie und Praxis der Gewerkschaften. - Vorwort von Wolfgang Abendroth. - eicht gebräunt.
Bestell-Nr.152870
Schmidt | Politik | Gewerkschaft | Syndikalismus | Wirtschaftsdemokratie | Sozialisierung | Demokratisierung | Kalter Krieg | Restauration | Besetzungspolitik | Ost West Konflikt

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches waren die Bemühungen der wiederentstandenen Gewerkschaften auf eine Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung gerichtet. Aufgrund der Erfahrungen, die sie gesammelt und sich bewusst gemacht hatten, erhoben die Gewerkschaften die Forderung nach Wirtschaftsdemokratie und Sozialisierung bestimmter grundlegender Industriezweige. In den westlichen Besatzungszonen mussten sie jedoch bald feststellen, dass die Militärregierungen, unter dem Eindruck des sich rasch verschärfenden Ost-West-Gegensatzes, an einer derartigen Neuordnung nicht interessiert waren. So drängte vor allem die amerikanische Militärregierung auf eine Wiederherstellung der freien Unternehmerwirtschaft, unterstützt von den wiedererstarkten restaurativen Kräften auf deutscher Seite, die sich in den bürgerlichen Parteien und im Unternehmerlager neu formierten.
Das Scheitern der gewerkschaftlichen Bemühungen um eine Demokratisierung der Wirtschaft hatte seine Ursache aber nicht, nur in äusseren Umständen. Die Beschränkung der Gewerkschaftsführung auf eine an traditionellen Mustern orientierte Politik trug dazu bei, dass die restaurativen Kräfte sich schliesslich durchsetzen konnten. Die überkommene Politik der Arbeitsteilung mit der Sozialdemokratischen Partei, der die Durchsetzung der politischen Ziele über den Weg von Parlamentsmehrheiten überlassen wurde, bedeutete gleichzeitig den Verzicht auf eine Mobilisierung der Arbeitnehmerschaft für die angestrebte Neuordnung. Die Furcht vor dem Eingreifen der Alliierten oder die Möglichkeit, dass solche Massenbewegungen der Kontrolle der Gewerkschaftsführung entgleiten könnten, verhinderten die Ausbildung einer tatsächlichen Alternative zur Wiederherstellung der alten Besitz und Machtverhältnisse. Die Auswirkungen des Kalten Krieges, denen sich auch die westdeutsche Gewerkschaftsbewegung nicht entziehen konnte, verstärkten den Prozess der Restauration noch. Ihren vorläufigen Abschluss fand diese Nachkriegsentwicklung mit der Verabschiedung des Betriebsverfassungsgesetzes im Juli 1952 gegen den erklärten Willen der Gewerkschaften, die sich aber der parlamentarischen Entscheidung widerstandslos fügten. Die vorliegende Arbeit kann sich auf bisher ungenutztes Material aus Gewerkschafts und Parteiarchiven stützen. Sie berücksichtigt darüber hinaus auch die amerikanische Literatur zur Besetzungspolitik und zum Ost-West-Konflikt.
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