Herbig .:. Diana mit Hirschkalb

157596
Herbig, Reinhard, Die Terrakottagruppe einer Diana mit dem Hirschkalb. Heidelberg 1956.
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Herbig, Reinhard,
Die Terrakottagruppe einer Diana mit dem Hirschkalb. Heidelberg: Carl Winter, 1956. 32 S. [Text] und Tafelanhang mit 37 Abbildungen sowie 3 Abbildungen im Text. Broschur. 4to.
* Abhandlungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Jahrgang 1956, 3.Abhandlung. - Ungelesen / nicht aufgeschnitten. - Gebräunt, Umschlag angestaubt und mit Flecken. Exlibris auf dem Innendeckel.
Bestell-Nr.157596
Herbig | Archaeologie | Kunstgeschichte | Etrusk

Leseprovbe (S.25)
[…] klänge, etwa im Antlitz der Frau und anderweitig, beträchtlich jünger als all jene Werke, an die man bei ihrem Anblick vielleicht zunächst denken mag. Gegenüber den attischen und ionischen Koren und der pompejanischen Schwester, die alle feinst erzogene „Damen" aus der Welt der letzten Adelskreise der Tyrannenzeit sind, stapft hier ein unverbildetes Naturkind (Abb. 16, 19 u. a.), frei und unbefangen, von seinem Lieblingstier begleitet, durch die Fluren, gleichsam froh, einem verstädterten Eleganzideal nicht unterworfen zu sein und unkundig der sapphischen Anstandsregeln und Toilettevorschriften, die wissen und lehren, wie man in Ionien das Gewand um die Knöchel zu ziehen hat44. Das Gesicht des Mädchens (Abb. 28, 30ff.) ist gewiß im ganzen noch nach archaischer Weise angelegt mit den schmalen, ein wenig schief gestellten Augen und den hochgezogenen Mundwinkeln einem letzten Rest des „Archaischen Lächelns", aber es zeigt in seiner hellen Rundlichkeit unter den weichen Haarwellen um die Stirn soviel liebenswürdigen Charme und mädchenhafte Anziehung, daß man sofort spürt: jede archaische Bindung ist trotz äußerlicher Nachwirkungen überwunden, beziehungsweise merkt, daß die Figur aus einer völlig anderen weil unmittelbarer, unbefangener schaffenden Kunstwelt kommt als die griechischen „Vorbilder", die einer voraussetzungslosen Betrachtung zunächst im Wege stehen möchten. Natürlich hat das Haupt nicht den streng stilisierten Bau der Korenköpfe aufzuweisen, gewiß sitzt hier alles ein bißchen unsicher und gleitend in den Übergängen und Zusammenhängen, befremdet in der Profilansicht (Abb. 28, 30/31) der schiefe Sitz des Ohres, die plumpe Nase über dem feinen Mund und Kinn45; sicherlich wundert man sich, das „archaische" Gesicht einerseits von fast naturalistisch weichen Haarwellen, andererseits von den „uralt" stilisierten, bandförmigen Strähnen eingerahmt zu finden. Alles das will nicht recht zusammenstimmen, solange man den strengen Maßstab eines großen Stils an die Arbeit legt. Wer aber soweit geht, hieraus den Schluß auf die Arbeit eines modernen Fälschers zu ziehen, übersieht, daß ein solcher viel mehr „Kunsthistoriker" wäre als der alte mittelitalische Koroplast, der ganz unbefangen aus dem archaischen Formenvorrat schöpft, während ein Fälscher des 20. Jahrhunderts längst gelernt hat, sich vor eklatanten Stilfehlern oder mischungen oder gar peinlich ins Auge fallenden Anachronismen zu hüten. Dazu kommt dann noch die Erfahrung, daß diese scheinbar zeitlich auseinanderliegenden Stilisierungen in Italien um die Wende vom 6. zum 5. Jh. v. Chr. immer wieder zusammen vorkommen, am gleichen Werk sich miteinander vertragend.
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