• Non EU

  • New

Marti .:. 50 Jahre Schweizerische Textil- und

161726
Marti, Ernst, 50 Jahre Schweizerische Textil- und Fabrikarbeiter-Organisationen. 1903-1953. [Zürich] [1954].
CHF25.00
Quantity

  Privacy

I sell books, not your data

  Shipping Costs

No deliveries to the EU!

  Google Mail

Gmail is blocking my automatic replies - communication with Gmail users is restricted

Description
Marti, Ernst,
50 Jahre Schweizerische Textil- und Fabrikarbeiter-Organisationen. 1903-1953. [Zürich]: Schweizer. Textil- u. Fabrikarbeiterverband, [1954]. 275 Seiten mit Abbildungen. Leinen mit Farbkopfschnitt. Grossoktav. 229 x 159 mm. 618 g
* Bibliotheksexemplar, gestempelt. Kleberückstände auf Vorsätzen. Deckel leicht konkav verzogen. Kellergeruch.
Bestell-Nr.161726
Marti | Helvetica | Schweiz | Industrie | Gewerkschaft | Syndikalismus

Vorwort

Letztes Jahr waren es fünfzig Jahre, seit die Vertreter einiger Regional- und Fachverbände beschlossen, sich zum Schweizerischen Textilarbeiterverband zu vereinigen. Wenn sie sich damit eine Dachorganisation schufen und erst im Jahre 1908 die Auflösung der Fachverbände und die endgültige Vereinigung im Schweizerischen Textilarbeiterverband erfolgte, so war damit doch der Schritt zur Zusammenfassung der Kräfte getan. Die Überzeugung, daß die freigewerkschaftlichen Kräfte sich nicht zersplittern dürfen, daß – sei es in Zürich, Basel oder in der Ostschweiz – nur die gemeinsame Interessenwahrung von Nutzen sein könnte, hatte die eigenbrötlerischen Gedanken überwunden.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund half mit, den STAV zum eigentlichen Fabrikarbeiterverband zu machen. Dies dadurch, daß er 1926 bei der Auflösung des Graphischen Hilfsarbeiterverbandes die Papierarbeiter dem STAV zuwies und daß im übrigen festgelegt wurde, daß auch die chemischen und andern Fabrkindustrien mit den Textilern organisatorisch zusammengeschlossen werden sollten. So wurde aus dem STAV der STFV, der Schweizerische Textil- und Fabrikarbeiterverband.

Nachdem Josef Lukas 1933 den I. Band der Geschichte der Textilarbeiter schrieb – ein Buch, das mannigfach Episoden und Geschichten aus der Arbeit der Textiler wiedergab und dank dem viel Beachtung fand –, lassen wir heute als II. Teil einen kurzgefaßten Überblick über das Werden des STFV und dessen Kämpfen und Wirken während fünfzig Jahren folgen. Verfasser dieses Teils ist unser früherer Zentralpräsident Ernst Marti. Er war als langjähriger Sekretär und Präsident des STFV zu dieser Arbeit berufen. Wir danken ihm dafür.

Zum Glück haben es nicht alle Arbeiter- und Erwerbskategorien so schwer, sich durchzusetzen und ihr Plätzlein an der Sonne zu erringen, wie die Textiler und übrigen Fabrikarbeiter. Die Schuld dafür liegt allerdings zum Teil auch bei dieser Arbeitergruppe selber, die an sich dem Gedanken der gewerkschaftlichen Organisation schwerer zugänglich ist als die Kategorien der Berufsarbeiter. Der größere Anteil der weiblichen Arbeitskräfte, die Dezentralisierung, vor allem der Textilindustrie, im Lande herum neben der althergebrachten gewerkschaftsfeindlichen Einstellung vieler Arbeitgeber spielen da eine Rolle. Dazu kommt die große Krisenempfindlichkeit der Textilindustrie.

Aus diesen Verhältnissen heraus muß daher dieses Buch gelesen werden. Nur so wird man das Auf und Ab der Bewegung und des Verbandes verstehen. Dem Aufflammen prächtiger Bewegungen folgen Stufen des Niederganges und des Wiederaufstieges. Kämpfe, die bei andern Berufen dank der Aufgeschlossenheit und der Erfahrung auf beiden Seiten vermieden werden konnten, folgten noch in der Textil- und in der chemischen Industrie. Erfreulich ist, daß der Gesamtarbeitsvertrag sich nun auch hier endgültig Boden errungen hat und damit Auseinandersetzungen mit Kraftproben auch da mehr vernünftiger, fortschrittlicher und sozialer Entwicklung Platz machen.

Vergangenes wird festgehalten, um daraus Lehren zu ziehen. Das kann aber keine einseitige Sache sein. Dazu braucht es Reife, Einsicht und gegenseitige Achtung. Die neue Rationalisierungswelle in den Betrieben, die bis zum Äußersten gehende Arbeitsleistung verlangt, bringt dazu wieder neue Probleme. Die Arbeit verlangt je länger je mehr Kopf und Hände, Augen und beim heutigen Tempo auch Nerven. Daß das anerkannt und die Lohn- und Arbeitsbedingungen auch entsprechend geregelt werden, war und ist die Aufgabe.

So lassen wir dieses Buch als Zeitdokument, als einfache, kurze Schilderung aus unserer Zeitgeschichte hinausgehen. Möge es objektive und verständnisvolle Leser und Kritiker finden, die auch Verständnis haben für fleißige Arbeiterhände, die heraus wollen aus dem Dunkel ihres bescheidenen Daseins.

Im Mai 1954 — Ernst Moser
Product Details
161726
1 Item