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Kunsthalle Bern .:. 6. Berner Kunstausstellung

157674
Schmidt-Miescher, Marianne und Johannes Gachnang [Hrsg.], Meret Oppenheim, Lilly Keller, Margrit Jäggli, Reinhard Rühlin, Herbert Distel, Christian Lindow, Claude Sandoz. Bern 1980.
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Description
Schmidt-Miescher, Marianne und Johannes Gachnang [Hrsg.],
Meret Oppenheim, Lilly Keller, Margrit Jäggli, Reinhard Rühlin, Herbert Distel, Christian Lindow, Claude Sandoz. Bern: Kunsthalle, 1980. [52] Seiten mit Abbildungen und Reklamen. Kartoniert. 4to. 210 g
* 6. Berner Kunstausstellung. In Zusammenarbeit mit der GSMBA - Sektion Bern. Kunsthalle Bern, 18. Januar - 17. Februar 1980. - Umschlag etwas lichtrandig / gebräunt.
Bestell-Nr.157674
Kunsthalle Bern | Helvetica | Schweiz | Bernensia | Kunstausstellung | Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung
Die 6. Berner Kunstausstellung versucht, mit den Beiträgen der diesmal vertretenen Künstler die zu Beginn des Jahres 1975 aufgenommene Informationsarbeit über das künstlerische Klima der Stadt Bern, aber auch der näheren und weiteren Umgebung fortzuführen und diesem Rechnung zu tragen. Über die bisherigen Bemühungen und die geleistete Arbeit gibt eine Reihe von Katalogen ergänzende Auskünfte, möglicherweise auch ein genaueres Bild der Situation in den Ateliers, aber auch ein Bild unserer Zeit, das rückblickend einer Betrachtung und Analyse sicherlich wert sein dürfte. Allerdings müssen wir eine solche Analyse in grösseren Zusammenhängen sehen, die weiter über die Kunsthalle, die Stadt hinausgehen und in einen gesamtschweizerischen Rahmen gestellt werden sollten. Neben einer sinnvollen Kritik erwarte ich auch gerne konstruktive Vorschläge, vor allem von seiten der Künstler zur Erweiterung und Ergänzung des Experiments.
Die in der Kunsthalle ausstellenden sieben Künstler zeichnen nicht für ein gemeinsames künstlerisches Programm, noch gehören sie einer stilistisch klar zu definierenden Gruppe an, vielmehr zeigen sieben Individuen mit sehr persönlichen künstlerischen Auffassungen und Absichten ihre Arbeiten. Die Ausstellung als solche und als Ganzes wird wohl von allen sieben als kalkuliertes Risiko bewusst eingesetzt und als Herausforderung verstanden, vertrauend auf die eigene Intuition und die freiwerdenden Energien der künstlerischen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Künstlern beim Aufbau der Ausstellung. Eigentlich und wie mir scheint, ist diese Ausstellung ein sehr zerbrechliches und leicht angreifbares Gebilde, gleich einer schwankenden Brücke, ausgerüstet mit wenig Statik und Sicherheit, vielleicht aber mehr erfüllt von Poesie und Irritation, ein Gebilde, das sich weiter vergleichen lässt mit der Situation der Künstler heute, der Situation einer Minderheit mit wenig Schutz und Umsicht, dafür erfüllt von Vorstellungen von Freiheit und ihren Möglichkeiten.
Wie ich bereits in Erwägung gezogen habe, bleibt die Ausstellung als Ganzes offen, sie entsteht in der zweiten und dritten Woche des Januar, lange nachdem ich diese Zeilen niederschreibe — in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Problematik der einzelnen Arbeiten im werdenden Nebeneinander in den Räumen der Kunsthalle selbst. Über die Künstlerpersönlichkeiten und die einzelnen Beiträge weiss ich einiges, vor allem über die technischorganisatorische Seite des Unternehmens, vermute weiteres und spüre bereits erste sich ergebende Zusammenhänge. Meine jetzige Situation entspricht eigentlich der des in die Ausstellung eintretenden Besuchers, dem Werk und Name der einzelnen Künstler vielleicht bekannt sind und der bereits dieses oder jenes über die Ausstellung in der Presse gelesen hat. Ungewohntes erwartet uns auf jeden Fall, lassen wir uns überraschen, bleiben wir neugierig und offen. Unbekanntes und Unerwartetes muss dabei in Kauf genommen werden, denn wir betreten ja die Kunsthalle, und dieser Umstand ist auch für die Künstler verpflichtend, zumindest vermute und erwarte ich solches. Im zweiten Teil dieses Kataloges werden sich die einzelnen Künstler mit Wort und Bild ihren eigenen Wünschen folgend vorstellen. Sicherlich finden wir auch hier nicht die gewohnten Informationen, vielmehr werden über Wörter und Bilder Annäherungen an eigene Stimmungen und die Realitäten der zur Diskussion stehenden Situationen und Arbeiten gesucht und zum Ausdruck gebracht. Die Spannweite zwischen einer Sicherheit vermittelnden Ratio und dem Unabwägbaren des künstlerischen Tuns wird auch hier, zum Beispiel im Katalog, angedeutet und sichtbar. Der Besucher der Ausstellung, der Leser des Kataloges, wird sich mit diesen wenig gewohnten Angeboten auseinanderzusetzen haben, er muss sich auf seine Weise, mit seinen eigenen Erfahrungen der Sache nähern, um mit ihnen auf Grund gehen zu können.
Mein erster Dank gilt den Künstlern, im besonderen aber Frau Meret Oppenheim, einschliessen möchte ich dabei auch alle Beiträge und Arbeiten dieser Ausstellung. Ein weiterer Dank gilt meinen Mitarbeitern und allen weiteren Helfern, die zum Gelingen dieser Ausstellung beigetragen haben.
Ende Dezember 1979 Johannes Gachnang

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