Meister, Robert [Hrsg.],
Albert Anker und seine Welt. Briefe, Dokumente, Bilder. Gümligen: Zytglogge, 1981. 190 Seiten mit Abbildungen. Leinen mit Schutzumschlag. 4to. 261 x 210 mm. 779 g
* Beigelegt: 1) Katalog zur Anker-Ausstellung Ins 1981. 23 Seiten mit Abbildungen. 2) Einladung zur Ausstellung "Anker in seiner Zeit" im Kunstmuseum Kunstmuseum 1981.
Bestell-Nr.161779 | ISBN: 3-7296-0134-2
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Albert
Albert Ankers künstlerische und handwerkliche Meisterschaft ist bekannt, berühmt. Einige Bilder gehören seit Generationen zum Schulwissen der Kinder, hängen als Farbdrucke in Schulen, Gemeindeschreibereien, in staatlichen Büros und in Warteräumen. Die Öffentlichkeit hat sich Albert Anker längst angeeignet; sie hat den Künstler offiziell gemacht – so sehr, dass Betroffenheit oft durch eine Art von Darüberhinweggehen ersetzt wird.
Robert Meister hat sich jahrelang mit Albert Ankers Kunst, mit den Hintergründen, der Biographie, der Korrespondenz, den Lebensbedingungen beschäftigt; er hat Zugang zu vielen unbekannten Materialien erhalten. Dabei wurde in manchen Gesprächen und Forschungen ein Bild Ankers, seiner Umgebung und seiner Zeit zusammengetragen, wie sich dies kaum jemand hatte vorstellen können: das Lebenswerk eines genialen, im besten Sinn mit-wirkenden, zeit-genössischen Menschen.
Hier liegt also nicht nur praktisch eine Autobiographie in ausgewählten Briefen vor; es finden sich auch mehr als hundert bisher unbekannte Dokumente, Skizzen, Aquarelle, Zeichnungen, Bilder. Dies zeigt unter anderem insofern einen «neuen Anker», als eine persönliche Welt vorherrscht; ein Künstler-Alltag (die Sonntage sind nicht vergessen!), der die Arbeit, das Denken, die Entwicklung und auch das «fertige Resultat» dem Betrachter und Leser in einzigartiger Weise nahebringt.
Robert Meister hat viele Briefe aus dem Französischen übersetzt, mit kurzen Texten Ereignisse skizziert und die Briefe so ausgewählt, gekürzt und kommentiert, dass zusätzlich ein reales, fesselndes Zeitbild entstanden ist. Und durch seine Zeugnisse gibt Albert Anker selber Einblick in ein nach aussen einfaches Leben eines berühmten Künstlers, dessen Portraits und Landschaften vielleicht noch nie so aktuell waren wie heute – als Dokument wie als humane Weltanschauung und -gestaltung.
Inhalt
Zum Geleit 9
Albert Anker und die Geschichte seines Lebens 10
Ursprünge 1831–1835 12
Vom Grossvater Rudolf Anker (1750–1817) 12
Die Eltern 12
Die Taufzeugen 14
Der Pfarrer 14
Jugendzeit in Neuenburg 1836–1848 15
Zeichenlehrer 15
Neujahrsbriefe 17
Leidvolles Jahr 1847 17
Militärische und anderweitige «Anregungen» im Konfirmanden-Unterricht 17
Von der Theologie zur Malerei 1849–1854 19
Zwischen Gehorsam und Gewissen 19
Frühes Zwiegespräch über Kunst 19
Studienzeit in Bern 1849–1852 21
Militärdienst 21
Studentenliebe 21
Der Schwimmlehrer 22
«Des ‹Vetters› Irrfahrten» 22
«Das Teuerste auf Erden» 23
«Poesie et réalité» – Die Wette 24
Studium und Malerei in Halle 1852–1854 25
Charlotte Anker-Dardel in St-Blaise 25
Der Schicksalsbrief 28
«Eine Tante, die mich versteht...» 33
Paris – Ins 1854–1864 35
Studium der Künste 35
Die Weltstadt 35
Lehrzeit 36
Das ‹Livre de vente› und der Œuvre-Katalog 37
Von Paris in die Bretagne 38
Erster Erfolg in Paris – Aufenthalt im Schwarzwald 41
Krankheit und Tod des Vaters 46
Dr. Samuel Anker auf dem Sterbebett 46
Das Atelier in Ins 47
Wieder in Paris – François Ehrmann – Neue Pläne 47
Erste Italien-Reise 1861/1862 49
Kinder- und Bildersorgen 51
Albert de Meuron (1823–1897) 51
Probleme mit Kindermodellen – Stammtisch in Paris: Tagespolitik 52
Heirat – Inser Heim 1864–1866 54
1864: Heirat mit Anna Rüfly 54
«Aus uns Malern werden seltsame Ehemänner...» 54
Inser Alltag – Geburt von Louise 56
Rudolf Durheim (1811–1895) 56
Fayencemalerei 1866–1893 57
Ins – Paris – Ins 1867–1886 59
Familienfreude, Familienleid: 1867–1869 59
Entr’acte Musical 59
Rudolfs Tod 60
‹L’homme pauvre› und die ‹Arlesierin› 60
Deutsch-französischer Krieg – «Grossrätherey» 61
Emil 63
‹Pestalozzi in Stans› – Das ‹Mädchen mit der Kaffeetasse› 63
Die ‹Bourbaki› 63
Erholung im Bad Heustrich 64
Emils Tod 66
Wanderungen in der Provence 66
Geburt der zweiten Tochter Marie – Der ‹Schulspaziergang› 68
Trauer um das Mooswäldlein – Verzicht auf eine Kunstlehrerstelle in Bern 69
Fayence-Arbeit und Berner Politica 71
Tod der guten Tante Anna-Maria in Ins 72
Pfahlbauereien 72
Der ‹Seifenbläser› 73
Köstliche Zutaten: die Stillleben 73
Geldsorgen – «Die verrückten Jungen auf der andern Seite» 74
Inser wandern aus – Ein ‹wilder› Prediger im Dorf 74
Maurice 74
Vom alten Fuchs zum braven Bürger und Leimsieder 77
Ich beklage diese ganze Generation 78
Die Arbeit im Leben und Werk Albert Ankers 78
Die ‹Länderkinder› (1876) 79
Frau und Sohn im Bild der ‹Länderkinder› 82
Cécile 82
Um das Kunstmuseum und das Inselspital in Bern 82
Kunst und Politik 83
Ernte, Blitz und Donner zu Hause und in der Nachbarschaft 83
Schubladisierter Orden 84
Die gescheiten Neuenburger 84
Abschied von der ‹Turnstunde› und der ‹Genesung› 84
Die ‹Kleine Genesende› – Sorge und Freude um Kinderporträts im Elsass 85
Kleidertausch von Ins nach St-Blaise 86
Wandern, schreiben und zeichnen 87
Der ‹Blinde Organist› 87
Fahrt ins Tessin: Arbeitslast der Frauen 87
Sorgen um Maurice – Das Frühlingsbild Paul Roberts 88
‹Marie mit dem Blumenkranz› 90
Der Maler und das Wort 90
Dank für Freundeshilfe – Sehnsucht nach Rom und nach Ins 91
Kinderleiden an einer Grammatik – Grossvaterfreude 92
Albert Anker als Grossvater 93
‹Hohes Alter› 94
Traubenkur im Wallis – Rom, nicht mehr Paris! 94
Buch der Inser Aquarelle und Zeichnungen 94
Italien 1887 97
Reise nach Rom und Neapel 97
Nach Ins zurück 1887–1890 99
«Wie einfach wäre meine Theologie...» 99
Michelangelo, der Zerstörer – Fragwürdig gewordenes Paris 99
Warum keine religiösen Bilder? 100
‹Der Pilgerzug› 1888 100
Grösse und Grenze des einstigen Lehrers Charles Gleyre 101
Eine lange Freundschaft geht zu Ende 102
Sehnsucht nach Ravenna – Der deutsche Professor 103
Heimkehr 103
Die Küchlein der Jungfrau Maria 104
Kleine Kinder erfreuen mich... 105
Jeremias Gotthelf – Emmentaler Zeit 1889–1899 106
Der Künstler und sein Verleger 106
Die Gotthelf-Illustrationen 107
Briefwechsel zu einer Novelle Gotthelfs, die Anker illustriert hat 108
Albert Anker im Emmental 110
Arbeit bei Hitze und Gewittern 110
Die Freunde im Wasen – Langnaumarkt 111
Wie ein Vogel von Ast zu Ast 112
Zum Schluss Speckstücke und Gesalzenes 113
Tischgespräche über Unsterblichkeit und Tod 113
Bauernschicksal und Käse-Träume 114
Forellen – Micheli Schüpbach 115
Erfüllung des langgehegten Traumes: Ravenna! 115
Die Carnets 1895–1901 117
Inser Alltag 117
«Branter le tonneau» – «Euthanasia» 118
Über Politik und soziale Verhältnisse 119
Von der Lektüre Ankers 120
Fragen des Glaubens 121
Kunst gestern und heute 122
Portalban, Wimmis, Berlin und München 1891–1901 124
Ein guter Kunde, der zum Freund wird 124
Der gute Nachbar 124
«Wenn Kaiser Wilhelm wüsste» 124
«Mein lieber guter alter Hürner» 126
Vom Tod alter Freunde und dem Drängen der Jungen 127
Die Freundesfamilie im Brüttelenbad – Cheminées an Stelle von Raffael – Ausscheiden aus der eidgenössischen Kunstkommission 128
Weihnachtsbaum in der Kirche 129
Die ‹Armensuppe› 130
Goethe in Ins und sein Verhältnis zu Lavater 130
«...wo ich wie ein Seliger singe» 131
Erzählung vom messespendenden Atheisten 131
«Ach, könnte man so schön malen» 132
Sorgen um Marie in Neuenburg – Der «grosse Papst» in der Malerei 132
Ein verkannter Berner Maler – Keine unlautern Absichten als Kunstkommissionsmitglied 133
Michelangelo – Störefried und Mittler zwischen Gott und Menschen – Durheim gestorben 134
Krankheiten und Lektüre in der warmen Stube – Ich wäre glücklich ohne Bahn! 134
Wein für die Damen und eine Einladung – Anker in Solothurn 135
Bildbestellungen – Portalban – Ankenlehrplätze 136
Aquarellpapier wie die tannenen Hosen – «Ich bin Patriarch geworden» 136
Des Malers Freude und Leid mit den Schulen 137
Inser singen wie die Engelein – Ein denkwürdiger Tag und eine Dummheit, die doch gut endet 137
An Bundesrat Ruffy 138
Abschied von einem weiteren Neuenburger Künstlergefährten 138
Neuenburg, die gute Stadt – Güllimüggereien – Jury in Basel und München: undankbare Arbeit 139
Der Säugling in der Sicht eines liebenden Künstlers und Grossvaters 139
Keine Zeit für Spleengedanken – Diphterie in der Nähe 140
Es geht mir wie dem Annebäbi Jowäger – Religiöse Kämpfe – Die Sekten bereiten mir Freude 140
«In Sachen Hodler...» 141
Selbstkritik – Enkelinnen lernen zeichnen – Point d’honneur der Neuenburger 142
Ärger mit ‹Pfahlbauerinnen› – Der Mensch interessiert sich für den Menschen – Zum Burenkrieg 143
Man müsste einen Cerberus vor der Tür haben – Winterliche Lektüre – «Es war ein Mädchen in Treiten» 143
Wenn ich mit meinem Vater hätte reden können – Von der Berechtigung verrückter Versuche in der Malerei wie in religiösen Fragen 144
Die Besten müssen gehen – Mühe mit Modellen und Socken – Die ‹Kirchenfeldbrücke›, das grosse Ding 145
Die ‹Kinderkrippe auf der Kirchenfeldbrücke› 146
Bedenkliche Hitze – Lieber Homer als Nietzsche, mit seinem verhurscheten Zeug 147
Der Ehrendoktor 148
Da musste schon ein Welscher auf die Idee kommen – Niklaus Leuenberger – Ein gutes Buch wie Milch und Brot 148
Die Casa Borrani in Ascona 149
«Liebe, wenn du willst geliebt werden...» – Hürners lateinischer Gratulationsbrief 149
Schicksalsjahr 1901 151
Lieber wieder Grösseres anfangen – Die Zeit heilt alle Wunden 151
Deine geheimnisvolle Reise 151
Die neue Lehrerin – Der ‹Tod des Gerechten›: Was kommt unsere Regierung an? 153
Der Schlaganfall und seine Folgen 154
Bös getroffen – Die zwei Pfaffen in Basel 155
Viel Glück, guten Mut – Michelangelo und der Papst – Godets Meinung zur lateinischen Epistel 156
Letzte Inser Zeit 1901–1910 158
Ulrich Dürrenmatt bittet für einen jungen Maler 158
Das Berner Münster zum Trost – Dem alten Professor den Puls greifen – «Le petit allemand» und Ferienpläne 159
Über Theologen: So werde ich «grüseli» milde – Liebe Bergsteiger – Jungfraubahn und «altes Zeug» 160
Ein schweres Aufsatzthema! – Nicht mehr im Sinn zu sterben... 161
Wovon die Maler leben – Endlich der letzte Tag! – Von guter und fader geistiger Nahrung 162
Trost bei den alten Meistern 164
Die alte Frau 164
Ars longa, vita brevis 165
Die Byse ist gekommen – Das Bankett 165
Was wird nun aus Ihnen geschehen? – Ein Mann von unermesslicher Güte – Berns Unglück mit jungen Malern 166
Das nächste Mal Tingeltangel – Niklaus Leuenberger – Landschaft überschwemmt alles 167
Vom Wert alter Briefe – Die schwarze Spinne – Gefahrvolles Bergsteigen – Lob der Unverheirateten 168
Zeitung statt Bücher – Schaffensfreude in Paris – Ernsthafte Studien 169
Aquarelle und Märkdrescher – ‹Wilhelm Tell› im Bären: Die Stauffacherin 170
Vom ‹Tell› zur ‹Schöpfung› – Le cochon qui sommeille 170
Lehrplätz in Bern – Gastfreundschaft im Moos/Därstetten – Freude am Nichtstun – Längizyti Berns Atmosphäre – Alte Kirchen und bernische Einfachheit, die flöten geht 171
Herzinnigstgeliebtes Fräulein 172
Freimaurer und Papst – Das Pferd in der Stube 174
Die Zeit der Aquarelle 175
Nicht zu empfehlen 176
Vom rechten Einrahmen und Geschmack 176
Um Photographien – Junge und alte Inser Modelle – Antikrampffeder und Schreibmaschine 177
Wenn ich nach Natur malen kann, bin ich glücklich 178
«Candidat fürs Paradies» – Die drei Bundesbrüder – Der März hat nachgemacht 179
Vom Verdingbub zum Professor – L’immense quantité de curés... 180
Der comfortabelste Ecken – Säbelrassler im Dorf – ‹Julian Apostata› – Wo man die Flöhe husten hört 180
«Solange ich ein Gleich kann rühren...» – Die Modelle fehlen mir – Wunderbares Gilet Kinderbrei – Um Ankers Memoiren – Ein hartes Nein! 181
Der ‹Absinth-Trinker› 182
Es geht alles krumm zu – Mein alter Freund Ehrmann gestorben – Nach Natur malen bereitet mir Vergnügen, wie einst Erasmus Künzle 183
Stimmen hernach 1911–1981 185
«Albert Anker, neuchâtelois» 185
«Herr Hoch, sofort das Buch zurück!» 185
Mitten drin in seinen Motiven 185
Genremalerei rehabilitiert 186
Ein Mensch, dem alles Menschliche nahegeht 186
...abseits den eigenen Weg 186
...mehr als nur harmloser Abklatsch 186
Wendung zur modernen Malerei 187
Vorliebe für das Friedvolle, Ruhige 187
Anliegen und Bitte 188
Dank 189