Walter .:. Herr Tourel

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Walter, Otto F., Herr Tourel. Roman. München 1962.
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Walter, Otto F.,
Herr Tourel. Roman. München : Kösel, 1962. 343 Seiten. Leinen mit Schutzumschlag.
* Schutzumschlag mit Gebrauchsspuren, Rücken oben leicht bestossen, Einband mit vschwachen Flecken. .
Bestell-Nr.156993
Walter | Schweizer Literatur | Literatur Deutschschweiz | Hochstapler

Wenn ein junger Autor mit seinem ersten Buch einen Aufsehen erregenden literarischen Erfolg erzielt, so wird für ihn der zweite Roman sozusagen zur Probe aufs Exempel. Diese Probe hat Otto F. Walter nun zu bestehen.
Der Schauplatz der Handlung ist die erfundene Jurastadt Jammers. Ein Zementwerk mit seinem »phantastisch verschachtelten Riesenbau« und dem stets wiederkehrenden Donner beherrscht die Stadt; sein weißer Staub überpudert unablässig die Häuser, den Autofriedhof, die Menschen. Aber ein Fluß durchfließt die Weite der Gegend, die Aare, und in der von Mardern bewohnten Bootshütte findet der Ich-Erzähler Zuflucht, —Kaspar Tourel, der heruntergekommene Photograph auf der Flucht vor seiner Vergangenheit, auf seiner Odyssee und Suche nach einer Wirklichkeit, die noch bei seinem letzten Aufbruch vor ihm liegt, als tragische Drohung und Chance.
Schon auf den ersten Blick zeigt sich, daß der neue Roman »Herr Tourel« durch die kühne Differenzierung der sprachlichen Mittel einen Fortschritt gegenüber dem Erstlingswerk »Der Stumme« bedeutet. Die Gestalten dieses Buches sind nie die Objekte einer bloß psychologischen Analyse; mögen sie auch alle Opfer sein, sie sind die Subjekte ihrer eigenen Worte und behalten so bei aller Vieldeutigkeit ihre vitale Ganzheit. Was durch die Sprache und die sichere Komposition hindurch den beiden Romanen des Autors diesen Zug zur künstlerischen Größe gibt, ist, als der innere Beweggrund, das Phänomen der Schuld. Im »Stummen« findet die Tat, die den Schuldlosen mit Stummheit schlägt, ihre Erlösung im Wort. Im Roman »Herr Tourel« nun verbirgt und offenbart sich die Schuld in fortwährendem Gerede, in dem sich die Person des Schuldigen zunächst fast auflöst und in dem der eigentliche Handlungskern ausgespart bleibt. Bei aller elementaren Verstrickung in das Erbärmliche hält die Geschichte sich jedoch im Menschlichen; das ist für Walter in einem eminenten Sinn der Raum der Freiheit, in dem zu jeder Stunde noch alles geschehen kann.
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