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Laederach .:. Das Buch der Klagen

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Laederach, Jürg, Das Buch der Klagen. Sechs Erzählungen aus dem Technischen Zeitalter. Frankfurt am Main 1980.
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Laederach, Jürg,
Das Buch der Klagen. Sechs Erzählungen aus dem Technischen Zeitalter. 1. Auflage. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1980. 324 Seiten. Pappband (gebunden) mit Schutzumschlag. 203 x 126 mm.
* Schutzumschlag schwach lichtrandig.
Bestell-Nr.158742 | ISBN: 3-518-03513-4 | 978-3-518-03513-9
Laederach | Schweizer Literatur | Literatur Deutschschweiz

Fernab jeder kollektiven Apokalypse proben sechs unabhängige Stimmen ihren Weltuntergang. Ein Autor riskiert keinen Blick auf die Welt, sondern durch sechs Figuren hindurch sechs Blicke auf sechs Welten, jede kleiner und um so viel fehlerhafter als die eine große, daß deren »teuflische Gediegenheit« wenigstens im Kleinformat des Teufels werden darf, der sie längst schon besitzt.
Bub zählt die läßlichen und kardinalen Jugendsünden eines zum Tode durch Schreiben Geborenen, inmitten seiner lustfeindlichen Umgebung, in welcher er sich — manchmal in der Rolle seines eigenen Vaters — den Spaß am Leben und an dessen genitalen Sonnenseiten verdirbt.
Intendanten läßt eine Gruppe beliebter Originale, deren gezähmte Kopien vom Bildschirm her bekannt sind, zu einer wilden Fernsehhorde verkommen, die mit äußerster Folgerichtigkeit ihre Fernsehfilme nur noch in den Verkürzungen spielt, die der Normalverbraucher vom Programmheft her kennt. Entfesselt bringen sie die Studios in ihren Besitz und zerstören den guten Ruf aller moralischen Anstalten, die durch den Autor, der kurz als Intendant sich zeigt, ohnehin einem sachkundigen Ende zugeleitet werden.
Engel, Himmler und der Tod sind die häufigsten drei Wahnvorstellungen eines Bewußtseins, das ortlos geworden ist, indem es sich aus seiner vertrauten Umwelt in eine Art Krankenhaus oder Siechenhalle abtransportieren ließ, möglicherweise auch ohne seine Einwilligung dort hinverfrachtet wurde, um ganz seinem untergangssüchtigen Geist zu leben.
Will Sampson über Miss Sara umreißt das Sterben des Vaters der Miss Sara Sampson, dessen Tränen eine andere Beschaffenheit aufweisen als jene, die Lessings zuschauenden Zeitgenossen aus den Augen geschossen sein müssen. Im »elenden Wirtshause« hat Will Sampson sich am Ofen gewärmt, bis dieser detoniert, Sampson zerreißt und Sampsons Erinnerungs- und Eifersuchtsfantasien — bei Lessing waren's Verzeihungsreden und Pardonnaden — freisetzt.
Dummweg, das Hermelin ist der Vorgesetzte einer weiblichen Schreibkraft in einem »Menschenvernichtungsbüro«, der immer häufiger im Treppenhaus ihrer Wohnanlage gesehen wird und sie an zwei Fronten, im Büro als Vorgesetzter und zu Hause als Nachtmahr, zu bedrängen anfängt. In einem gehetzten Monolog baut »die Stefan« sich ein phobisches Weltbild auf, dessen höchste Aussichtslosigkeit sie zu Dummwegs Entmannung treibt; oder doch zu dem, was sie sich darunter vorstellt.
Steins Erzengel konfrontiert die Schriftstellerin und Stilistin Gertrude Stein mit dem fünfjährigen Michael, der, wie sie nicht ausschließen mag, ihr eigenes Kind sein könnte. Michaels Vater ist seit langem in seinen Laboratorien verschwunden, und die Stein sucht sich eine unentrinnbar mit dem Ende aller Sachen befaßte Frau als Ehepartner in einem Spiel, unter dessen Einwirkungen Michael sich furchtbar verändert.
Laederachs sechs Erzählungen bieten sechs Gegenwelten an, sechs Möglichkeiten einer Verlängerung von subjektiver Wahrnehmung in eine Vision des unbegrenzten Verlustes, sechs Arten zu klagen und damit fertigzuwerden.

Jürg Laederach wurde 1945 in Basel geboren. Veröffentlichungen: Einfall der Dämmerung (Erzählungen), Im Verlauf einer langen Erinnerung (Roman), Das ganze Leben (Roman); Theaterstücke; Übersetzungen.

Umschlag: Willy Fleckhaus, unter Verwendung eines Fotos von Christian Vogt, 1976
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