Mühlestein, Hans,
Die Goldbarren. Partisanendrama in fünf Akten aus dem Revolutionsjahr 1848 in Italien. Celerina: Selbstverlag, 1946. 188 Seiten. Broschiert. Kleinoktav. 168 x 115 mm.
* Zweites Drama der Dramenreihe "Die Zeit ist da…!". Zweiter Band der gesammelten dichterischen Werke. - Gebräunt.
Bestell-Nr.161607
Muehlestein |
Schweizer Literatur |
Literatur Deutschschweiz |
Theatertexte |
Dramen |
Risorgimento |
Partisanen
Hans Mühlestein (1887–1969) war ein Schweizer Universalgelehrter, dessen Lebensweg ihn vom Lehrer zum renommierten Etruskologen und schliesslich zum radikalen politischen Publizisten führte. Geboren in Biel, spezialisierte er sich nach Studien in verschiedenen europäischen Städten auf die Erforschung der etruskischen Kultur und wurde 1929 als Lehrbeauftragter nach Frankfurt am Main berufen. Seine wissenschaftliche Karriere wurde jedoch durch sein zunehmendes Engagement in der marxistischen und antifaschistischen Bewegung behindert; nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kehrte er 1932 in die Schweiz zurück. Dort radikalisierte er sich weiter, engagierte sich für das republikanische Spanien – was ihm eine Gefängnisstrafe in der Schweiz einbrachte – und wurde zu einem Verehrer Stalins innerhalb der Kommunistischen Partei. Trotz seiner wissenschaftlichen Reputation, unter anderem durch sein wegweisendes Werk zum Schweizer Bauernkrieg von 1653, blieb ihm aufgrund seiner politischen Gesinnung eine Professur in der Schweiz verwehrt, während ein Ruf an die Universität Leipzig 1948 am fehlenden Visum scheiterte.
Sein 1946 im Selbstverlag in Celerina veröffentlichtes Werk «Die Goldbarren» fügt sich als Partisanendrama nahtlos in dieses politisch-aktivistische Spätwerk ein. Es verlagert die Thematik des antifaschistischen Widerstands in das historische Setting der italienischen Revolution von 1848. In diesem Stück verknüpft Mühlestein den Kampf gegen die österreichische Unterdrückung mit einer klassenkämpferischen Komponente, wobei die titelgebenden Goldbarren als Symbol für die ökonomische Macht stehen, die es im Zuge der revolutionären Befreiung zu überwinden gilt. Das Drama fungiert somit als historische Parabel auf den zeitgenössischen Kampf gegen den Faschismus und spiegelt Mühlesteins Hoffnung auf eine radikale gesellschaftliche Umgestaltung wider.