Zweig, Stefan,
Legenden. 1. - 5. Auflage. Stockholm: Bermann-Fischer, 1945. 249 Seiten. Leinen mit Farbkopfschnitt. 208 x 132 mm. 361 g
* Gebräunt, Einband mit Gebrauchsspuren. Widmung auf dem Vorsatzblatt.
Bestell-Nr.161733
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Deutsche Literatur Oesterreich
Stefan Zweigs „Legenden“versammelt fünf literarische Miniaturen, die sich mit mythischen, historischen oder religiösen Stoffen befassen. Typisch für Zweig ist die meisterhafte Verbindung von psychologischer Feinheit und dramatischer Erzählkunst. Die Texte spielen oft an der Schnittstelle zwischen Realität und Übernatürlichem, zwischen menschlicher Schwäche und transzendenter Erlösung.
Die Erzählungen sind geprägt von Zweigs charakteristischem Stil: einer eleganten, fast musikalischen Sprache, die innere Konflikte und seelische Abgründe auslotet. Im Zentrum stehen Figuren, die sich in existenziellen Grenzsituationen befinden – sei es durch Schuld, Glaube oder Schicksal. Besonders bekannt sind die „Legende des zweiten Gesichts“, eine düstere Geschichte über Vorahnung und Verhängnis, und die „Legende der heiligen Trinkerin“, die von einer Prostituierten erzählt, deren Leben durch eine unerwartete Begegnung mit dem Göttlichen gewandelt wird.
Zweigs Legenden sind keine blossen Nacherzählungen alter Stoffe, sondern tiefgründige Reflexionen über menschliche Abgründe, Moral und die Macht des Glaubens. Sie zeigen den Autor als virtuosen Erzähler, der historische und religiöse Motive in moderne, psychologisch dichte Prosa überführt. Das Werk steht damit exemplarisch für Zweigs Fähigkeit, universelle Themen in zeitlose Literatur zu giessen.
INHALT
Rahel rechtet mit Gott 9
Die Augen des ewigen Bruders 29
Der begrabene Leuchter 79
Die Legende der dritten Taube 209
Die gleich-ungleichen Schwestern 217