Weill, Alexander,
Der Bauernkrieg. Weimar: Gustav Kiepenheuer, 1947. XIV, 196 Seiten. Pappband (gebunden). 195 x 132 mm.
* Gebräunt, Einband leicht berieben, Vorderdeckel konkav verzogen.
Bestell-Nr.161592
Weill |
Soziale Bewegungen |
Neueste Geschichte |
Sechzehntes Jahrhundert |
Bauernkrieg
Alexander Weills Darstellung des Deutschen Bauernkriegs ist weit mehr als eine rein chronologische Geschichtsschreibung. Ursprünglich bereits um 1847 verfasst, spiegelt das Werk die demokratischen und republikanischen Ideale des deutsch-französischen Publizisten wider. Weill interpretiert die Aufstände von 1524 bis 1525 nicht bloss als religiöse Unruhen im Schatten der Reformation, sondern als eine fundamentale soziale Revolution und einen frühen Kampf für Freiheit und Menschenrechte. Dabei nimmt er eine dezidiert parteiische Rolle ein, indem er das Schicksal der Bauern mit grosser Leidenschaft schildert und die Unterdrückung durch den Adel sowie die zwiespältige Rolle der Reformatoren scharf kritisiert.
Die Veröffentlichung im Jahr 1947 in der sowjetischen Besatzungszone ist dabei von besonderer kulturhistorischer Relevanz. In der unmittelbaren Nachkriegszeit diente die Erzählung des Bauernkriegs dazu, eine progressive, revolutionäre Tradition in der deutschen Geschichte zu verankern, die den neuen politischen Leitbildern entsprach. Trotz der materiellen Einschränkungen der Zeit – was sich in der Papierqualität der Ausgabe zeigt – bleibt das Buch durch Weills lebendigen, fast schon journalistischen Stil ein wichtiges Zeugnis dafür, wie die Geschichte des 16. Jahrhunderts zur Untermauerung moderner politischer Ideen genutzt wurde.
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort VII
Erste Abteilung
- Durchbruch der Reform. Übergang vom Religiösen zum Politischen 1
- Vorspiel des Bauernkrieges. Herzog Ulrich von Schwaben 12
- Ulrich von Hutten und Franz von Sickingen 22
- Ausbruch des Krieges. Die zwölf Artikel. Herzog Ulrichs Versuche mit den Bauern 43
- Thomas Münzer 58
- Eröffnung der Feindseligkeiten 83
- Schlacht von Leipheim. Jakob Wehes Tod 87
- Fortsetzung der Feindseligkeiten. Einverständnis des Erzherzogs Ferdinand mit den Bauern. 95
- Der Markgraf Casimir und der Bischof von Bamberg. Rothenburg. Luther und Carlstadt 103
- Erstes Auftreten Wendel Hipplers und Florian Geyers. Jörg Metzler. 109
- Jäcklein Rohrbach. Anerbieten Götz von Berlichingens 111
- Die Blutrache zu Weinsberg. Reaktion der Mäßigungs-männer. 117
- Die Komödie in der Tragödie 128
Zweite Abteilung
- Krise. Wendel Hipplers Konstitution 133
- Hipplers Vorschläge werden verworfen. Der Gailsdorfer Haufen 137
- Die schwarze Hoffmann. Kapitulation der Stadt Heilbronn. Götzens Adselträgerei. Er ist zugleich Hauptmann und Gefangener der Bauern. Modifikation der zwölf Artikel. Bewegung am Rhein, Main, im Elsaß und in Lothringen 139
- Der Weingartner Vertrag. 150
- Schlacht von Böblingen. Verrat der Stadt. Rache der Adligen an den Weinsberger Schreckensmännern 154
- Thomas Münzers Triumph, Kampf und Untergang. 159
- Treulosigkeit und Grausamkeit der Welschen. Blutbad in Zabern. Schlacht von Scherwiller. 175
- Niederlage der Bauern. Götzens Verräterei. Schlacht von Königshofen. Die Sauhatz. 181
- Heldentod Florian Geyers und seiner schwarzen Schar 187
- Die Sieger und die Besiegten 191