Allen, James Stewart und Doxey A. Wilkerson [Hrsg.],
Die Wirtschaftskrise und der "Kalte Krieg". Berlin: Dietz, 1951. 163 Seiten. Broschiert. 203 x 140 mm.
* Berichte auf einer Konferenz an der Jefferson-Schule für Gesellschaftswissenschaft, New York, am 14. und 15. Mai 1949 über gelenkte Wirtschaft, den Kalten Krieg und die heranreifende Wirtschaftskrise. Mit einem einführenden Beitrag von William Z. Foster. Deutsch von Günther Baganz. Originaltitel: The economic Crisis and the cold war. - Gebräunt, wenige Randanstreichungen.
Bestell-Nr.161646
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Die Jefferson School of Social Science in New York war eng mit der Kommunistischen Partei der USA verbunden und diente als wichtiges Forum für marxistische Theoriebildung und politische Diskussionen in der Nachkriegszeit.
Die Beiträge des Bandes diskutieren aus einer konsequent marxistisch-leninistischen Perspektive den Zusammenhang zwischen der sich nach dem Zweiten Weltkrieg abzeichnenden Wirtschaftskrise in den USA und der neuen aussenpolitischen Doktrin des "Kalten Krieges". Die zentrale These der Konferenzteilnehmer lautete, dass der Kalte Krieg und die mit ihm einhergehende massive Aufrüstung vor allem dazu dienten, eine drohende Wirtschaftskrise abzuwenden oder zumindest abzumildern. Die Konferenz analysierte dabei die Widersprüche des kapitalistischen Systems, das nach dieser Lesart militärische Konfrontation und Rüstungsproduktion benötigte, um wirtschaftliche Stabilität vorzutäuschen und soziale Spannungen zu überdecken.
Die Herausgeber James Stewart Allen und Doxey A. Wilkerson, beide prominente Intellektuelle der amerikanischen Linken, versammelten in diesem Band Beiträge, die die damalige Wirtschaftspolitik der USA, die Anfänge des Kalten Krieges und die sich anbahnende Krise in einen kausalen Zusammenhang stellten. Besondere Bedeutung kam dem einführenden Beitrag von William Z. Foster zu, der als langjähriger Vorsitzender der Kommunistischen Partei der USA die politische Linie vorgab und die Konferenzergebnisse in den grösseren Rahmen des internationalen Klassenkampfes einordnete.
Die deutsche Übersetzung, die 1951 im ostdeutschen Dietz Verlag erschien, war eindeutig als propagandistisches Instrument im Sinne der DDR-Staatsdoktrin gedacht. Sie sollte die westliche Politik als krisengetrieben und friedensgefährdend entlarven und gleichzeitig die marxistische Theorie von den inneren Widersprüchen des Kapitalismus bestätigen. Das Buch ist damit nicht nur ein Dokument der amerikanischen Linken in der Frühphase des Kalten Krieges, sondern auch ein Zeugnis der ideologischen Auseinandersetzung zwischen Ost und West zu Beginn der 1950er Jahre.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Konferenzleitung 5
Einleitung der Herausgeber 9
Trumans „gelenkte Wirtschaft“ und die Kriegsgefahr
Ein Beitrag zur Konferenz von William Z. Foster 13
I Die Stellung der Vereinigten Staaten in der Welt und die Wirtschaftskrise 27
- Die allgemeine Krise 28
- Die Gegensätze der imperialistischen Staaten untereinander 32
- Die Vereinigten Staaten und der Weltmarkt 36
- Die Natur der Wirtschaftskrise 39
- Der Monopolkapitalismus und der Krieg 48
- Die Aussichten 51
II Die heranreifende Krise in den Vereinigten Staaten 53
- Die Wirtschaft in der Kriegszeit 54
- Die Wirtschaft in der Nachkriegszeit 1946 bis 1948 57
- Die Wirtschaftskrise 64
- Die unmittelbaren Aussichten 70
III Der „kalte Krieg“ und die Auslandsmärkte 77
- Der Aussenhandel in der Nachkriegszeit 78
- Der Kapitalexport in der Nachkriegszeit 81
- Washington fördert die Wallstreet-Expansion 83
- Der Marshallplan 85
- Das „kühne neue Programm“ 92
- Rückwirkungen der Politik des „kalten Krieges“ in den USA 94
- Zusammenfassung 99
IV Die Lebensverhältnisse des Volkes 100
- Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit 100
- Die Arbeitslosigkeit unter den Negerarbeitern 104
- Tendenzen der Löhne und Profite 105
- Relative Lage verschlechtert 108
- Ersparnisse des Volkes ausgelöscht 109
- Produktivität und Beschleunigung des Arbeitstempos 110
- Die Gesundheit des Volkes 114
- Das Wohnungselend 116
- Niedrige Einkommen und Ausgabenpläne 117
- Sonstige Lasten des „kalten Krieges“ 119
V Die Landwirtschaft in der Krise 122
- Die Schrumpfung des landwirtschaftlichen Marktes nach dem Krieg 123
- Preise und Einkommen in der Landwirtschaft 125
- Mechanisierung und Überproduktion 126
- Die USA-Landwirtschaft und die übrige Welt 131
- Die wirtschaftlichen Aussichten 138
VI Die Militärwirtschaft und die herrschende Oligarchie 144
- Die Militarisierung der Wirtschaft 144
- Neue Kriegsagenturen 149
- Der Weg zu Faschismus und Krieg 158
Liste der Abkürzungen 162