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Marti .:. Zum Beispiel Bern 1972

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Marti, Kurt, Zum Beispiel Bern 1972. Ein politisches Tagebuch. Darmstadt, Neuwied 1973.
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Description
Marti, Kurt,
Zum Beispiel Bern 1972. Ein politisches Tagebuch. Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1973. 185 Seiten. Klappenbroschur. 208 x 129 mm. 256 g

Bestell-Nr.161715 | ISBN: 3-472-86334-X
Marti | Helvetica | Schweiz | Bernensia | Politik | Tagebuch

»Ein Anruf. Danach der Einfall: notier dir mal, was du an Mikropolitik erfährst, beobachtest. Tagebuch also, thematisch beschränkt, zeitlich befristet, nicht literarisch, eine Art Protokoll: für mich, für andere.«
Kurt Marti hat vom 24. März 1972 bis zum 25. September 1972 ein politisches Tagebuch geführt; der Anruf am Anfang teilt mit, auf welche Weise kritische demokratische
- nicht einmal marxistische - Bürger in der Schweiz durch eine Vortragskampagne als »subversive, von Moskau ferngesteuerte Elemente« denunziert werden - »das geht fast schon steckbrieflich zu« - ; die Eintragung des letzten Datums geht auf das Ergebnis der Volksabstimmung über das Waffenausfuhrverbot ein.
»Diese Aufzeichnungen sind eine Art politischer Mikro-skopie. Kleine Vorgänge in kleinen Verhältnissen durch das Vergrösserungsglas meiner Subjektivität beobachtet und spontan notiert.« Diese Aufzeichnungen beschreiben detailliert die Praktiken eines Militärgerichts während eines Prozesses gegen einen Wehrdienstverweigerer, den Kurt Marti verteidigt und den ein »Grossrichter« verurteilt, dieses Tagebuch beschreibt auch die Praktiken der politischen Instanzen, die für die Universitäten zuständig sind, um kritische demokratische Hochschullehrer von der Hochschule fernzuhalten. Dem Pfarrer Kurt Marti wurde ein Lehrauftrag in Bern verweigert, das Netz aus Verleumdungen, Intrigen, Diffamierungen lässt sich überall - nicht nur in der Schweiz - entdecken, wo man bereit ist, das »was so passiert« nicht einfach hinzunehmen, sondern kritisch zu analysieren.
So breitet dieses Tagebuch nicht auf literarische Weise die private Existenz des Tagebuchschreibers in allen Bereichen vor uns aus, sondern zeigt Kurt Marti dort, wo er im Alltäglichen handelt, wo sein tägliches Handeln notwendigerweise politisches Handeln sein muss - Dokumentation statt Literatur, die an alltäglichen konkreten Beispielen politische Mikrostrukturen sichtbar macht, »mögliche Tendenzen, mögliche Anfänge oder Enden, mögliche Veränderungen oder aber Gefahren«.

Kurt Marti (31. Januar 1921 – 11. Februar 2017) war ein Schweizer Theologe, Pfarrer und Schriftsteller, der vor allem durch seine politische Lyrik und sein gesellschaftskritisches Engagement bekannt wurde. Nach dem Theologiestudium in Bern und Basel bei Karl Barth wirkte er als Pfarrer in Niederlenz und ab 1961 an der Nydeggkirche in Bern. 1972 verweigerte ihm der Berner Regierungsrat aus politischen Gründen eine Professur für Homiletik an der Universität Bern, obwohl er dafür vorgeschlagen worden war. Dieses Ereignis und die politische Atmosphäre der Zeit verarbeitete er in seinem Werk „Zum Beispiel Bern 1972. Ein politisches Tagebuch“, das 1973 bei Luchterhand erschien. Marti war Mitbegründer der „Erklärung von Bern“ und engagierte sich gegen Atomwaffen, Atomkraftwerke und die US-Intervention in Vietnam. Ab 1983 arbeitete er als freier Schriftsteller und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Grossen Literaturpreis des Kantons Bern und den Schillerpreis. Sein literarisches Schaffen umfasst Lyrik, Prosa und politische Schriften, die oft in Berner Mundart verfasst sind und sich durch intellektuelle Schärfe und gesellschaftskritische Themen auszeichnen.
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