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Ludwig .:. Ueber die Grundsaetze der Oelmalerei

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Ludwig, Heinrich, Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister. Leipzig 1893.
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Beschreibung
Ludwig, Heinrich,
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister. 2., vom Verfasser durchgesehene und verbesserte Auflage. Leipzig: Engelmann, 1893. XII, 269 Seiten. Unbeschrifteter privater Halbleinenband der Zeit. Grossoktav. 228 x 150 mm.
* Exlibris und Besitzvermerke des Emmentaler Malers Hans Gartmeier. - Einband mit straken Gebrauchsspuren, Papier mit Feuchtigkeitsspuren (gewellt) und mit wenigen Randanstreichungen.
Bestell-Nr.161671
Ludwig | 1850-1899 | Autographen | Kunsttechniken

Heinrich Ludwig (1829–1897), der als Maler und Kunsthistoriker gleichermassen tätig war, veröffentlichte dieses Werk erstmals 1876 im Leipziger Verlag Wilhelm Engelmann. Es zählt zu den bedeutendsten Beiträgen zur Erforschung historischer Maltechniken im 19. Jahrhundert und erschien 1893 in dieser zweiten, überarbeiteten Auflage. Ludwig verband in seiner Arbeit die praktische Erfahrung des ausübenden Künstlers mit dem wissenschaftlichen Anspruch des Forschers – eine Synthese, die dieses Buch für Generationen von Malern wertvoll machte.

Inhaltlich unternimmt Ludwig den Versuch, die handwerklichen Geheimnisse der "classischen Meister", vornehmlich der Renaissance, systematisch zu ergründen. Das Buch gliedert sich in mehrere Schwerpunkte: Es beginnt mit einem geschichtlichen Abriss, der die Techniken vor der Ölmalerei, insbesondere die Wasserfarbentechnik (Tempera) zur Zeit der van Eycks, untersucht und den Übergang zur Ölmalerei nachzeichnet. Ein theoretischer Hauptteil widmet sich der Unterscheidung zwischen "clairobscur" (Helldunkel) und "schönfarbiger Art" und analysiert das komplexe Zusammenspiel von Licht, Schatten und Farbe. Darüber hinaus bietet das Werk konkrete praktische Anleitungen zur Behandlung von Schattentönen, zum Einsatz von Lasur- und Deckfarben und zur Bedeutung des Malgrundes. Besonders reizvoll ist Ludwigs Versuch, das spezifische Verfahren einzelner Meister und Schulen – wie etwa die "Reformation des Ludwig Caracci" – zu rekonstruieren und für die Künstler seiner Zeit verständlich zu machen.

Dass sich dieses Buch im Besitz von Hans Gartmeier befand, ist bemerkenswert und verleiht dem Exemplar eine besondere Provenienz. Gartmeier, der als Vertreter der Emmentaler Malerschule in der Tradition der Schweizer Landschaftsmalerei stand, muss in Ludwigs Werk eine wichtige Referenz für seine eigene künstlerische Praxis gefunden haben. Das Buch war für ihn vermutlich nicht nur ein historisches Dokument, sondern ein lebendiges Handbuch, das Einblick in die Werkstattgeheimnisse jener Meister gab, an denen er sich selbst schulte.

Das Werk ist bis heute ein Klassiker der kunsttechnologischen Literatur geblieben. Es dient Restauratoren, Kunsthistorikern und Malern als unverzichtbare Quelle zum Verständnis traditioneller Ölmaltechniken. Es ist heute sowohl als Digitalisat im Internet Archive frei verfügbar als auch in modernen Nachdrucken erhältlich. Das Exemplar aus dem Besitz Hans Gartmeiers aber ist mehr als nur ein weiterer Nachdruck – es ist ein Zeugnis des gelebten Dialogs zwischen den Meistern der Vergangenheit und einem ihrer aufmerksamen Schüler aus dem Emmental.
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