Liniger, Hans,
Saja Tuan. Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1943. 330 Seiten mit Abbildungen. Leinen. Grossoktav. 238 x 167 mm. 662 g
* Schwache Gebrauchsspuren, Deckel leicht konkav verzogen, Name auf dem Vorsatzblatt, Papier gegen Ende etwas gewellt.
Bestell-Nr.161522
Liniger |
Suedasien |
Indonesien
Vorwort
Das vorliegende Buch, seit Jahren geplant, wurde kurz vor dem Eingreifen Japans in den jetzigen Weltkrieg vollendet. Nur das letzte Kapitel entstand viele Wochen später. «Saja, Tuan» dürfte aber auch heute Interesse erwecken, ist es doch vielleicht eines der letzten Zeugnisse einer für immer entschwundenen Zeit der Kolonialherrschaft in Holländisch-Indien.
Es will nichts anderes, als das Erlebnis eines Auslandschweizers im Dienst der «teuflischen Grossmacht Erdöl» schildern, der eine neue Welt zunächst ausschliesslich mit den Sinnen erfasst, in dem Bemühen, sein europäisches Kulturbewusstsein möglichst auszuschalten. Viele Schlüsse wird der Leser ohne weiteres selbst ziehen können, vor allem, wenn er sich an das früher oft genannte Gedicht «Der Kanadier» erinnert, das mit dem Wort: « Wir Wilde sind doch bessere Menschen», endigt.
Die Worte «Saja, Tuan» sind malaiisch und bedeuten: Ja, Herr. (Der Ton bei Tuan liegt auf dem a.) Der Leser wird diese Worte zunächst vergeblich im Text suchen. Später werden sie öfter und mit Nachdruck gebraucht. Bis zum Schluss schweben sie wie unsichtbar über allen Gesprächen der Weissen mit den Farbigen. Die Lektüre rechtfertigt also die Titelgebung.
Die rote, blutwarme Erde Sumatras ist nicht ohne Gefahren. Die geheimnisvollen Bewohner der Dschungel, die wilden Tiere, Fieberdünste der Sümpfe erschüttern die so sicher gefügte Macht mitteleuropäischer Lebensgewohnheiten des Reisenden. Doch bedeutsamer ist für ihn die Einwirkung der fremdartigen Geisteswelt der Eingeborenen, durch die er — sich selbst entdeckt und in bisher unbekannte Tiefen des Daseins blickt.
Basel, im April 1943.
Hans Liniger.
Buchausstattung von Richard Paul Lohse. Fotos von Hans Liniger und Gotthard Schuh.