Rutsch, R.F.,
Bernische Schliffscheiben. Bern: Haupt, 1947. 48 Seiten mit Abbildungen auf Tafeln. Kartoniert. Grossoktav. 241 x 181 mm.
* Berner Heimatbücher; BH 032. - Widmung auf dem Innendeckel, Umschlag etwas lichtrandig / gebräunt, mit Gebrauchsspuren und kleinem Stempel einer Buchhandlung.
Bestell-Nr.161667
Rutsch |
Handwerk |
Kunsthandwerk |
Schliffscheiben |
Helvetica |
Schweiz |
Bernensia
Das Buch behandelt die sogenannten "Schliffscheiben" – gravierte Glasscheiben, die im 18. und frühen 19. Jahrhundert vor allem im Kanton Bern verbreitet waren. Diese Technik wurde ursprünglich aus Böhmen und Schlesien von wandernden Glasmachern in die Schweiz gebracht und entwickelte sich ab dem späten 17. Jahrhundert zu einer eigenständigen bernischen Tradition.
Bei den Schliffscheiben handelt es sich um rechteckige, runde oder ovale monolithische Glasscheiben, die mit scharfen Werkzeugen graviert wurden. Die Technik spielt gekonnt mit dem Wechsel zwischen glänzenden und matten Partien. Die Scheiben sind schlicht verziert mit Inschriften, die auf die Stifter verweisen, mit Figuren, Zitaten, Wappen und dekorativen Motiven. Sie zeugen vom Wohlstand ihrer Besitzer und wurden als prestigeträchtige Geschenke in Umlauf gebracht.
Rutsches Werk enthält ein Literaturverzeichnis (S. 16) und dient als wichtige Dokumentation dieser kulturhistorisch bedeutenden Objekte. Die Publikation wird in Museen wie dem Musée Ariana in Genf als Referenz für die dort ausgestellten bernischen Glasschliff-Arbeiten geführt. Auch in genealogischen Forschungen spielt das Buch eine Rolle, da die Schliffscheiben oft Wappen und Namen von Familien aus dem bernischen Patriziat und Bürgertum tragen.