Veith, Johann Wilhelm,
Der Maler Jakob Merz. Bern, Stuttgart, Toronto : Huber, 1990. 59 Seiten mit 1 Abbildung. Leinen mit Farbkopfschnitt. 208 x 128 mm. 149 g
* Weihnachtsgabe für die Freunde des Verlages und der Buchhandlung Hans Huber.
Bestell-Nr.161630
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Jakob Merz
Einleitung
Dieses Buch enthält Aufzeichnungen des Johann Wilhelm Veith, von 1784 bis 1812 Pfarrer in Andelfingen, über seinen Schützling Jakob Merz. Sie sind 1810 im Verlag Cotta erschienen. Der Verleger Kurt Hoffmann hat sie der schwarzen Hans-Huber-Bibliothek zugeführt.
Wie soll man den Text eines kunstbegeisterten Pfarrherrn einbetten in die Zeit der Niederschrift? Es war während der Helvetik, französische und österreichische Truppen standen in der Schweiz, und das Volk litt unter drückenden Einquartierungen. Pfarrer Veith hat diese Nöte nicht übersehen, seine Notizen, wie er sie nannte, zeigen auf, mit welchem Optimismus er den Glauben an das Gute bewahrte.
In seiner zweibändigen Geschichte der Kirchgemeinde Andelfingen schreibt Emil Stauber über den Autor: «Veith war ein großer Kunstfreund, nahm sich eifrig talentierter junger Leute, wie Jakob Merz, an und schuf eine reichhaltige Kunstsammlung. Als der bekannte Schriftsteller David Heß (1770 bis 1843) im Mai 1806 eine ‹Lustfahrt zum Rheinfall› machte, ‹brachte er eine interessante Stunde beim Pfarrer Veith in seinem Gemäldekabinett zu›. In seiner Beschreibung der Reise fügt Heß bei, es sei überraschend, in einem Dorf eine schöne und mit Geist gewählte Bildersammlung zu finden. Zwei Jahre nach Veiths Tode ließ der Schwiegersohn, Pfarrer Johann Konrad Mezger, die prächtige Sammlung versteigern; sie enthielt Gemälde, Zeichnungen und Elfenbein-Schnitzereien, im ganzen 384 Stück. Sie muß einen ganz hervorragenden Wert besessen haben; im Katalog heißt es nämlich, Veith habe mehr als fünfzig Jahre diese Kunstschätze mit feinem Sinn und großem Kostenaufwand gesammelt; calle Freunde und Kenner der Kunst aus fürstlichen Häusern, die sie zahlreich besuchten, zollten ihnen den größten Beifall. Die Sammlung umfaßte die besten Meisterwerke der damaligen schweizerischen Künstler, aber auch berühmte ältere Meister wie Tizian, van Dyck, Rembrandt, Rubens, Holbein und andere mehr waren vertreten.»
Pfarrer Veith stand mit vielen Künstlern in Kontakt, auch mit dem Zürcher Zeichner Johann Heinrich Lips (1758 bis 1817), ein bedeutender Kupferstecher, der auf Empfehlung Goethes eine Professur an der Zeichenakademie Weimar erhielt. Lips erkannte das Talent des Jakob Merz und ermunterte Veith, den jungen Mann ausbilden zu lassen. Der folgende Bericht vermittelt ein Zeitbild und zugleich ein Beispiel privater Kunstförderung vor zweihundert Jahren. Er bestätigt die Feststellung eines Kunstfreundes unserer Tage: Auch in betrüblichen Zeitläuften haben die Künste und die Künstler ihre Förderer gefunden.
Verlag Hans Huber
Inhalt
Einleitung 7
Der Maler Jakob Merz 9
Quellennachweis 57
Impressum 59