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Gantner .:. Kunstgeschichte der Schweiz [1]

161802
Gantner, Joseph, Kunstgeschichte der Schweiz. Erster Band: Von den helvetisch-römischen Anfängen bis zum Ende des romanischen Stiles. Frauenfeld, Leipzig 1936.
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Beschreibung
Gantner, Joseph,
Kunstgeschichte der Schweiz. Erster Band: Von den helvetisch-römischen Anfängen bis zum Ende des romanischen Stiles. Frauenfeld, Leipzig: Huber, 1936. 290 Seiten mit 236 Abbildungen und Plänen. Leinen. 4to. 295 x 238 mm. 1604 g
* Mit Literaturverzeichnis S. XIII-XVI. - Leicht gebräunt.
Bestell-Nr.161802
Gantner | Alte Geschichte | Altertum | Antike | Helvetica | Schweiz | Kunstgeschichte

Dieses fundamentale Werk zur Schweizer Kunstgeschichte bietet eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Darstellung der Entwicklung der Kunst in der Schweiz von der La-Tène-Kultur über die römische Zeit bis hin zum Ende des Mittelalters. Es verbindet archäologische, architektonische, plastische und malerische Aspekte und analysiert dabei die kulturellen, historischen und religiösen Einflüsse, die die Kunstprägung der Region geprägt haben.

Schwerpunkte des Buches
1. Einleitung: Methodik und historische Grundlagen
- Das Buch knüpft an Rudolf Rahns bahnbrechendes Werk *"Geschichte der bildenden Künste in der Schweiz, von den ältesten Zeiten bis zum Schlusse des Mittelalters"* (Zürich 1876) an und ergänzt es um neueste Forschungsergebnisse.
- Es betrachtet die Kunst nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit der politischen, religiösen und sozialen Entwicklung der Schweiz.
- Besonders berücksichtigt werden die eigenen Ideologien und Orientierungen der europäischen Völker, die sich in der Schweizer Kunst widerspiegeln.

2. Das helvetisch-römische Erbe
- Ende der La-Tène-Kultur und Beginn der römischen Zeit in der Schweiz.
- Stil der gallo-römischen Funde und ihre Abgrenzung.
- Repertorium der römischen Formen und ihre formengeschichtlichen Beziehungen zur mittelalterlichen Architektur.
- Helvetische Oppida und Mischformen der Plastik als Übergang zwischen antiker und mittelalterlicher Kunst.

3. Die Kunst des ersten Jahrtausends
- Einleitung:
- Mischcharakter der Bevölkerung und die kulturelle Rolle des Christentums.
- Tätigkeit der irischen Missionare und die Gründung der ersten Klöster als Keimzellen der Kunst.
- Bedeutung des Bilderstreits für die Ausbreitung der Kunst.
- Architektur:
- Übersicht: Die Schichten der Besiedlung und die ersten Bischofssitze.
- Anfänge des christlichen Sakralbaus in vorkarolingischer Zeit:
- Ableitung der ältesten Grundrisstypen aus der römischen Architektur.
- Liste der Ausgrabungen und die frühesten Kirchen in Genf, Romainmôtier, Saint-Maurice, Chur, Flums u. a.
- Der gerade Chorschluss als typisches Merkmal.
- Die karolingischen Saalkirchen mit drei Apsiden:
- Stellung des Typus in der Architekturgeschichte und Schweizer Beispiele (Müstail, Münster).
- Die st. gallische Überlieferung und das erste Kloster.
- Der Plan und seine historische Bedeutung (z. B. St. Gallen).
- Die Kirche des Planes, ihre Stellung in der Architekturgeschichte und ihr Verhältnis zu Reichenau.
- Neubau von 830 und Rekonstruktionsversuche.
- Die Krypten:
- Aufkommen der Krypten und ihre Reste in Saint-Maurice und Disentis.
- Ringkrypten in Saint-Maurice, Chur und Zürich.
- Hallenkrypten in St. Gallen, Amsoldingen und Spiez.
4. Plastik und Malerei
- Übersicht:
- Plastik und Malerei im Gesamtbild der romanischen Kunst.
- Hypothesen der Forschung und Bedeutung der formalen Beziehungen.
- Portale und Vorhallen:
- Das Stufenportal und seine Elemente (Gewände, Säulen, Tympanon).
- Portale von Rheinau, Valeria, Schönthal, Zürich, Petershausen.
- Portale von Neuchâtel und Saint-Ursanne.
- Die Churer Vorhalle und ihre Säulenstatuen mit Bezug zu Arles.
- Kapitelle und Kämpferreliefs:
- Konstruktive Funktion des Kapitells.
- Kapitelle von Romainmôtier, Grandson und Payerne.
- Kapitelle und Pfeilerreliefs in Zürich und ihr Stil.
- Kapitelle in Chur und ihr ikonographisches Programm.
- Kapitelle in Basel und der Zyklus im Chorumgang.
- Überreste plastischer Ausstattung:
- Die Basler Bildhauerschule von 1150–1230.
- Das Apostelrelief und die plastischen Werke in Münster, Schaffhausen, Neuchâtel und St. Urban.
- Holzplastiken:
- Lokalisierung und Art der Stilisierung.
- Die Marienstatuen und ihre Typen.
- Kruzifixe und Kümmernisbilder.
- Versuch einer Abgrenzung von Schulen.
- Wand- und Deckenmalerei:
- Rolle der Malerei im Innenraum.
- Übersicht der erhaltenen Denkmäler.
- Ikonographische Zusammenhänge mit Münster, Reichenau und St. Gallen.
- Malereien in Prugiasco, Rovio und Montchérand.
- Die Decke von Zillis: Erhaltung, Einteilung, Thema und Möglichkeit einer Rekonstruktion.
- Buchmalerei:
- Die romanischen Skriptorien und die Bedeutung der Reichenauer Liuthar-Gruppe für die Schweiz.
- Dokumente von St. Gallen, Pfäfers und Rheinau.
- Die Schaffhauser Gruppe und ihre Beziehung zu Hersau.
- Das Skriptorium von Einsiedeln und die Codices aus Muri.
- Frowin und die Handschriften in Engelberg: Stil und Verhältnis zu Cîteaux.
5. Die romanische Kunst
- Einleitung:
- Politische Situation des Landes, Rolle der Partikulargewalten, Die Bistümer und Die Orden.
- Bedeutung dieser Mächte für die Kunst.
- Architektur:
- Typologische Übersicht:
- Aufstieg der sakralen Architektur von elementaren Formen bis zur Kathedrale.
- Rolle des antiken Vorbildes und das Baptisterium von Riva San Vitale.
- Die frühromanischen Zentralbauten in Lausanne und Genf.
- Die Consuetudines der Kirche und der Profanbau.
- Die erste Stufe des Kirchenbaus:
- Dorf- und Stiftskirchen vor dem Übergang zum lateinischen Kreuz.
- Dorfkirchen in Graubünden und Tessin, Die Türme, Lage der Kirchen.
- Eigentümlichkeiten der tessinischen Romanik und das ältere lombardische Bausystem.
- San Nicolao in Giornico, Die Basiliken in Biasca, Ravecchia und Muralto.
- Bauten am Thunersee, Schönenwerd, Moutier-Grandval.
- Reaktivierung des Querschiffs in rudimentärer Form (Saint-Pierre-de-Clages, Rougemont, Saint-Imier, Saint-Sulpice, Beromünster).
- Die zweite Stufe des Kirchenbaus:
- Kirchen mit Elementen des St. Galler Planes (Einsiedeln, Murten, Schaffhausen, Schänis).
- Verhältnis zu St. Gallen und Reichenau.
- Die einzelnen Bauglieder (Petershausen, Konstanz, Stein a. Rh.).
- Die dritte Stufe des Kirchenbaus:
- Cluny, Hirsau und die Anfänge der Zisterzienser.
- Die Schweizer Cluniazenserkirchen und das System von Cluny II.
- Baugeschichte von Romainmôtier und ihr Verhältnis zu Cluny II.
- Baugeschichte von Payerne und ihre Stellung zwischen Cluny II und Cluny III.
- Baugeschichte von St. Jean in Grandson und der Übergang von Cluny zu Hirsau.
- Das Allerheiligenkloster in Schaffhausen und seine Baugeschichte im hirsauischen Schema.
- Bernhard von Clairvaux und sein Programm.
6. Vorkarolingische Miniaturen und karolingische Kunst
- Die ersten Handschriften und Bibliotheken:
- Die Diaspora der Manuskripte und merovingisch-fränkische Zeugnisse.
- Die „irischen“ Codices von St. Gallen und ihr Verhältnis zu Irland.
- Die Elemente des karolingischen Stils in der Wandmalerei:
- Irisch-abstrakte Komponenten in den Fresken von Naturns.
- Spätantik-illusionistische Komponenten in Münster und Mals.
- Bedeutung von Münster für die Wandmalerei und die verlorenen Wandmalereien in St. Gallen.
- Die karolingische Buchmalerei in St. Gallen:
- Geistiges Leben im Kloster und Anteil der einheimischen Kräfte.
- Erhaltung und Übersicht der Codices.
- Rätische Vorstufen in St. Gallen und Pfäfers.
- Die Wolfcoz-Gruppe, Die Blütezeit mit Folchard-Psalter und Psalterium aureum.
- Typologie der Initialen und Bilderhandschriften des 10. und 11. Jahrhunderts.
- Umkreis der karolingischen Plastik:
- Zusammenhang mit der Miniaturmalerei (Elfenbeine der „St.Galler Schule“, Tutilo).
- Bildwerke in Stein in Aarau und Freiburg.
7. Abschluss und Ausblick
- Rolle der Geschichtsschreibung für die frühmittelalterliche Kunstgeschichte und ihre Gefahren.
- Verschiebung der Auswahl und Das Kunstgewerbe der romanischen Zeit.
- Die wichtigsten Werke:
- Goldene Altartafel aus Basel.
- Die Reliquiare in Chur und Saint-Maurice.
- Das große Kreuz in Engelberg.
- Bedeutung des Profanbaus in der Kunst der Zeit.
- Die romanischen Klosteranlagen.
Übersicht des gesamten Werks, erschienen im Verlag Huber in Frauenfeld:
Band 1: Joseph Gantner – Von den helvetisch-römischen Anfängen bis zum Ende des romanischen Stiles (1936).
Band 2: Joseph Gantner – Die Geistliche und Weltliche Kunst des Mittelalters (1947).
Band 3: Adolf Reinle – Die Kunst der Renaissance, des Barock und des Klassizismus (1956).
Band 4: Adolf Reinle – Die Kunst des 19. Jahrhunderts, die Kunstlandschaften der Schweiz, Gesamtregister (1962).
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