Plievier, Theodor,
Moskau. Roman. [Augsburg]: Bechtermünz, 1998. 626 Seiten. Pappband (gebunden) mit Schutzumschlag. 209 x 132 mm.
Bestell-Nr.161525 | ISBN: 3-8289-0276-6
Plievier |
Deutsche Literatur
Moskau, der zweite Band der großen Kriegstrilogie Plieviers, ist ein ebenso literarisches wie dokumentarisches Werk von einzigartigem Rang. Es schildert den Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges 1941 auf beiden Seiten: den wahnwitzigen Versuch der deutschen Armeen, Moskau einzunehmen, und den Widerstand der sowjetischen Truppen, die in einen völlig unvorbereiteten Angriff hineingezwungen wurden.
Plievier zeigt, wie zwei totalitäre Systeme aufeinanderprallen, »wie auf der Straße Stalins, auf der Straße Hitlers, auf der Straße des großen Khan der Mensch nichts mehr gilt«.
Plievier selbst hat, 1941 als Emigrant in der Nähe von Moskau lebend, das Elend des Krieges miterlebt. Damals begann er, Material für das Buch zu sammeln, Gespräche mit Betroffenen zu führen.
Die Zensur erlaubte nicht, das Buch in Moskau zu Ende zu schreiben. Das war erst zehn Jahre später möglich, nachdem Plievier in den Westen gekommen war.
Bis heute gibt es kein historisches oder literarisches Werk, das mit solcher Authentizität und Eindringlichkeit ein Bild dieses Krieges vermittelt. Die sowjetischen Archive öffnen sich erst jetzt, auch das Urteil über Stalin, der in diesem ersten Kriegsabschnitt die Soldaten gnadenlos verheizte, kann erst jetzt revidiert werden. Plievier war mit Moskau der Realität des Krieges von Anfang an überraschend nah. Sein Buch ist so genau wie der Tatsachenbericht eines großen Reporters, aber gleichzeitig durch die Verdichtung und dramaturgische Kunst des Erzählens ein Epos von großem Format.