Wedekind, Frank,
Die Büchse der Pandora. Tragödie in drei Aufzügen mit einem Prolog. 16.-25. Tausend. München: Georg Müller, 1919. 97 Seiten, Fraktursatz. Pappband (gebunden) mit Farbkopfschnitt. Kleinoktav. 184 x 127 mm. 153 g
* Stark gebräunt, Name auf dem Vorsatzblatt.
Bestell-Nr.161603
Wedekind |
Theatertexte |
Deutsche Literatur |
Expressionismus
Frank Wedekinds Tragödie
Die Büchse der Pandora bildet den zweiten Teil seiner Lulu-Dilogie und setzt das Schicksal der Titelfigur nach dem Aufstieg in
Erdgeist in einer Abwärtsspirale fort. Das 1904 erstmals veröffentlichte Werk thematisiert Lulus Flucht aus dem Gefängnis, ihre soziale Deklassierung in Paris und schliesslich ihr gewaltsames Ende durch Jack the Ripper in einer Londoner Dachkammer. Wedekind bricht darin radikal mit bürgerlichen Moralvorstellungen und untersucht die zerstörerische Kraft der Sexualität in einer repressiven Gesellschaft.
Die vorliegende Ausgabe des Georg Müller Verlags aus dem Jahr 1919 (16.–25. Tausend) stammt aus einer Zeit, in der Wedekinds Werk nach dem Ende der kaiserlichen Zensur eine breitere Rezeption erfuhr. Der Münchner Verleger Georg Müller war massgeblich daran beteiligt, Wedekind als einen der bedeutendsten Wegbereiter der Moderne und des Expressionismus zu etablieren. Diese Auflage spiegelt die enorme Popularität des Stoffes in der Weimarer Republik wider, die kurz darauf in Alban Bergs Opernfragment
Lulu und G.W. Pabsts berühmter Verfilmung von 1929 ihren künstlerischen Höhepunkt fand.