Feuerbach, Paul Anselm,
Merkwürdige Verbrechen. 1. Auflage. Frankfurt am Main: Insel, 1981. 397 Seiten mit Abbildungen. Broschur. Kleinoktav. 276 g
* Insel-Taschenbuch, 512. - Herausgegeben von Rainer Schrage. - Umschlag und Schnitt schwach stockfleckig.
Bestell-Nr.157639 | ISBN: 3-458-32212-4 | 978-3-458-32212-2
Feuerbach |
Soziologie |
Kriminalfall |
XIX Jahrhundert |
Kriminalistik
Paul Anselm Feuerbach (1775 bis 1833), Jurist im Dienst des Bayerischen Hofes, geadelt, Mitglied des Geheimen Rats, zuletzt Präsident des Appellationsgerichtes in Ansbach, hat zu seiner Zeit entschieden an der Verbesserung des Justizwesens in Bayern gearbeitet. Über juristische Fachkreise hinaus wurde er durch seine »Aktenmäßige Darstellung merkwürdiger Verbrechen«, die 1828/29 erschien, bekannt. In der Begnadigungspraxis des Münchner Justizministeriums hatte Feuerbach dem König über die Verbrecher zu berichten, die von den Richtern zum Tode verurteilt, jedoch seiner Gnade empfohlen worden waren. Dabei ging es nicht nur darum, den Tatbestand zu beschreiben, vielmehr war eine eingehende Schilderung der näheren Umstände, der Person des Täters und seines Milieus anzufertigen, kurzum, es sollten im Herzen des Herrschers Mitleid und Erbarmen für die gefallene Kreatur geweckt werden. Dem unermüdlich suchenden und forschenden Feuerbach genügte bald nicht mehr die alleinige Kenntnis der Akten, aufgrund deren die ersten Arbeiten niedergeschrieben waren, sondern er nahm den Täter, wenn möglich auch den Schauplatz der Tat, selbst in Augenschein. Er ergänzte diese Berichte, versah sie mit rechtsgelehrten Erläuterungen und fügte dem Schluß mitunter das Fazit der Moral hinzu.