Moszkowska, Natalie,
Zur Dynamik des Spätkapitalismus. Zürich, New York: Verlag "Der Aufbruch", 1943. 187 Seiten. Broschur mit Klappenumschlag. 215 x 152 mm.
* Beigelegt: "Brief eines palästinensischen Studenten an die Verfasserin" 6,5 Seiten Schreibmaschine und 2 Zettel mit handschriftlichen Berechnungen und Notizen. - Gebräunt, Anstreichungen und Anmerkungen mit Bleistift bis Seite 23.
Bestell-Nr.161654
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Klappentext
Die Verfasserin — die bereits gut aufgenommene Werke zum Ausbau der sozialistischen Theorie veröffentlicht hat — zeigt in der vorliegenden Schrift, daß die wirtschaftlichen und politischen Kalamitäten unserer Zeit (Krisen und Kriege) Begleiterscheinungen des Niederganges der bestehenden Wirtschaftsordnung sind. Sie geht den Folgen der Drosselung des Verbrauchs und gleichzeitiger Forcierung der Kapitalakkumulation nach und zeigt, wie die wachsende Spannung zwischen der Produktiv- und Konsumkraft kumulativ wirkende Störungen hervorruft, die die Volkswirtschaft destruieren, und wie die sprengenden Kräfte vom wirtschaftlichen auf das politische Leben übergreifen, wo sie katastrophal wirken. Ferner umreißt die Verfasserin die Stadien, die der Imperialismus im Laufe der kapitalistischen Entwicklung durchgemacht hat, und befaßt sich mit der verhängnisvollen Dynamik des Imperialismus in der faschistischen Ära. Zum Schluß wird erforscht, durch welche retardierenden Kräfte die weitere Entwicklung zum Sozialismus gehemmt wurde, und gezeigt, wie der Kapitalismus und Faschismus ungewollt doch die Wegbereiter des Sozialismus sind. Diesen Ausführungen geht voraus eine Auseinandersetzung mit den wichtigsten Auffassungen in der nationalökonomischen Literatur. Die Schrift ist für einen denkenden Leser, nicht nur für den Fachmann bestimmt.
Natalie Moszkowska wurde am 1. Mai 1886 in Warschau geboren, das damals zum Russischen Reich gehörte. Aufgrund der politischen Verfolgung durch das zaristische Regime emigrierte sie um 1900 in die Schweiz, wo sie sich dauerhaft niederliess.
Sie studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich und promovierte dort 1914. In der Folge arbeitete sie als Tutorin in Zürich und verfasste regelmässig Beiträge für die Gewerkschafts- und sozialistische Presse. Sie war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz und pflegte einen intensiven Austausch mit der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft.
Moszkowska spezialisierte sich auf marxistische Wirtschaftstheorie, insbesondere auf die Wert- und Krisentheorie sowie auf die Rolle des Monopolkapitals. Bekannt wurde sie vor allem für ihre Analysen zur ökonomischen Funktion von Militärausgaben und Rüstung. Sie veröffentlichte ihre Werke auf Deutsch, darunter ihr Hauptwerk
Zur Dynamik des Spätkapitalismus (1943). Natalie Moszkowska starb am 26. November 1968 in Zürich.
Inhaltsverzeichnis
Erster Teil
A. Die Theorie der sinkenden Profitrate
- I. Darstellung der Theorie 16
- II. Kritik der Theorie 18
B. Technischer Fortschritt und die Tendenz der Profitrate
- I. Die ökonomische Seite der Rationalisierung 22
- II. Verwertbare Erfindungen 23
- III. Kapitalbildung 27
- IV. Wirkliche und scheinbare Höhe der Kapitalzusammensetzung 31
- V. Arbeitsintensität und Kapitalzusammensetzung 35
- VI. Extrapfitrate im Monopolkapitalismus 38
- VII. Technisch notwendiger und technisch möglicher Lohn 40
- VIII. Der wirtschaftlich gebotene und der tatsächlich gezahlte Lohn 43
- IX. Theorie der Kapitalistenverelendung 47
C. Falsche Ableitung der marxistischen Überakkumulationslehre
- I. Mehrwertsrate und Überproduktion 51
- II. Sinkende Profitrate und Überakkumulation 53
D. Ehrende oder historische Gesetze? 56
Zweiter Teil
A. Kapitalmangel
- I. Theorien des Kapitalmangels 61
- II. Kapitalbedarf 62
- III. Kapitalbildung 65
- IV. Fehlt es an Kapital oder an Kaufkraft? 71
- V. Unter- und Überakkumulationstheorie 74
B. Versuche, die Überakkumulation wegzudiskutieren
- I. Es kann keinen Kapitalüberfluß geben 81
- II. Es kann nur vorübergehend Kapitalüberfluß geben 85
C. Geschichtliches und Theoretisches zur Lohnfrage
- I. Der Lohn im Laufe der kapitalistischen Entwicklung 89
- II. Zur Lohntheorie 93
Dritter Teil
A. Die faux frais der kapitalistischen und faschistischen Wirtschaft
- I. Faux frais bei der Erzeugung und Verteilung der Güter 99
- II. Faux frais im internationalen Warenverkehr 103
- III. Imperialistische Bestrebungen und faux frais 113
- IV. Rüstungsindustrie 117
- V. Interesse am Kriege 118
- VI. Zerrüttung der Wirtschaft durch Kriege 120
- VII. Die Furie der Autarkie 128
- VIII. Inkonsequenter Interventionismus 130
B. Schein und Wesen
- I. Ein Verlustsaldo 135
- II. Die faux frais werden übersehen 137
- III. Bevölkerungsvermehrung und technischer Fortschritt sind an allem schuld 140
- IV. Ökonomik und Sozialistik 142
Vierter Teil
A. Das letzte Stadium des Imperialismus
- I. Die faschistische Ära 147
- II. Universeller Krieg 151
- III. Die soziale Oberschicht 153
B. Konzentration und Akkumulation
- I. Hemmnisse der wirtschaftlichen Entwicklung 156
- II. Faschismus, Konzentration und Akkumulation 162
- III. Kulturkrise 165
- IV. Hemmnisse der politischen Entwicklung 166
C. Ausblicke
- I. Krise und Krieg 172
- II. Staatskapitalismus 176
- III. Bedarfdeckungswirtschaft 178